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Sonntag, 18.10.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Coronavirus in Augsburg: 359 Fälle bestätigt

Coronavirus in Augsburg: 359 Fälle bestätigt – Wie man sich den Augsburger Kultursommer im Zeichen der Corona-Krise vorstellen muss

Grafik: Markus Arnold

Das Gesundheitsamt der Stadt Augsburg verzeichnet zwei weitere COVID-19-Fälle. Insgesamt wurden somit 359 in Augsburg wohnhafte Personen positiv auf das Coronavirus getestet. 256 von 359 Personen sind genesen und konnten aus der häuslichen Isolierung entlassen werden. Der Ausschlag nach oben bei den Neuinfektionen könnte sich mit dem Osterfest erklären lassen. In den vergangenen drei Tagen stieg die Anzahl der Neuinfektionen auf insgesamt nur drei Personen. Die Zahl der akut Erkrankten sinkt von 105 auf 93, was sich durch den hohen Anteil an Genesenen erklären lässt.

Seit gestern, 20. April sollen Personen in Geschäften und im Öffentlichen Nahverkehr Mund und Nase mit einem Schal bedecken oder eine Maske tragen. Ab nächsten Montag, 27. April, wird aus dem Gebot eine Pflicht. Seit dieser Woche ist auch ein Spaziergang mit einer haushaltsfremden Person gestattet.

Sommernächte 2020 finden wie viele andere Veranstaltungen nicht statt © DAZ

Das Corona-Virus weiter einzudämmen und seinen Infektionsverlauf zu verlangsamen, ist nach wie vor Ziel aller Maßnahmen gegen die herrschende Pandemie. Diese Strategie beinhaltet auch, dass bis Ende August alle Großveranstaltungen bundesweit untersagt sind. Darunter fallen laut Ministerpräsident Markus Söder Bier- oder Rockfeste und Volksfeste, eben „alles, wo Veranstalter planen müssen.“ Dazu müssten noch entsprechende Kriterien erarbeitet werden, heißt es. Inzwischen ist auch das Münchner Oktoberfest abgesagt. In einem Statement der Stadt geben die Entscheider bekannt, wie man sich den veranstaltungsfreien Sommer in Augsburg vorstellen kann:

„Wieder mehr Normalität im Alltag“

Bürgermeisterin Eva Weber ergänzt: „Die Veranstalter brauchen Planungssicherheit. Gleichzeitig brauchen wir als Stadtgesellschaft aber auch liebenswerte, kleinere Kunst-Formate, die uns ein Stück weit wieder mehr Normalität im Alltag vermitteln und uns Hoffnung geben.“

„Wir machen das Beste aus der Situation“

Das Großveranstaltungs-Verbot trifft den Augsburger Fest-Sommer ins Mark. Nach einem Treffen mit Bürgermeisterin Eva Weber, an dem auch Vertreter von Augsburg Marketing, des Kulturreferats und des Kulturamtes sowie der Stadtwerke Augsburg und des Stadtjugendrings teilgenommen haben, steht die Absage etlicher großer Fest- und Feieranlässe fest.

Demnach wird es in diesem Jahr weder die Augsburger Sommernächte, noch eine Friedenstafel oder ein Festival der Kulturen geben. Die Radlnacht 2020 ist ebenso abgesagt wie das diesjährige Modular-Festival.

„Wir arbeiten mit Hochdruck an einem Modular-Termin für 2021, brauchen dafür aber noch etwas Zeit. In jedem Fall investieren wir die freiwerdende Zeit in eine Weiterentwicklung des Veranstaltungskonzeptes und machen das Bestes aus der Situation – sei es mit unserer Postkartenaktion oder weiteren kreativen Ideen. Was bleibt, ist MODULAMORE“, so Festivalleiter Patrick Jung.

Prüfung digitaler Formate

Abgesagt und ins nächste Jahr verschoben ist auch die Lange Kunstnacht unter dem Motto #ganzingold. Kulturamtsleiterin Elke Seidel verweist darauf, dass das Programm im Jahr 2021 wiederaufgenommen wird: „Den Künstlerinnen und Künstlern soll aber ermöglicht werden, bereits erarbeitete Konzerte und Lesungen vorab digital zeigen zu können, um so dem Publikum einen Vorgeschmack aufs nächste Jahr zu liefern.“

Kunst- und Kulturprojekte im Herbst

Mit Blick auf das Friedensfest arbeiten das Friedensbüro und seine Kooperationspartner ebenfalls an online-Möglichkeiten für ein kleineres aber vielfältiges Programm sowie für Kunst-Aktionen im öffentlichen Raum. „Für Formate, die online nicht möglich sind, aber große Relevanz haben, wird überlegt, sie in die zweite Oktoberhälfte zu verlegen“, sagt Elke Seidel.

Dies gilt auch für das Mozartfest, das nahezu komplett in den Oktober verlegt werden konnte. „Nur für wenige Konzerte ist das nicht gelungen. In jedem Fall behalten die Tickets ihre Gültigkeit“, so Seidel.

Kleinere Veranstaltungen vielleicht möglich

Um den Sommer nicht ganz ohne Fest-Anlässe verstreichen zu lassen, werden auch für das Straßenkünstlerfest La Strada, die Radlwoche und den Kö-Sommer Möglichkeiten geprüft, kleinere Veranstaltungen durchführen zu können. Möglich, dass auch der Jazzsommer komplett abgesagt werden muss. „Aber vielleicht können in dem Zeitraum noch die kleineren Brunnenhofkonzerte erhalten bleiben. Das werden wir noch prüfen“, so Elke Seidel.

Hoffnung auf baldige Rückkehr zum Alltag

Stattfinden können nach jetzigem Stand das beliebte Straßenklavier-Projekt Play Me I´m Yours (PMIY) sowie die „Light Nights“, die ohnehin erst für Oktober geplant sind. „Wir hoffen gemeinsam mit allen Augsburgerinnen und Augsburgern, dass unsere Stadt bald wieder zum Alltag zurückkehrt und wir in der zweiten Jahreshälfte die Stadt wieder von ihrer schönsten Seite erleben können. Dazu möchten wir von Augsburg Marketing unter Berücksichtigung der geltenden Sicherheitsmaßnahmen entsprechende Kunst- und Kulturprojekte planen und umsetzen“, so Ekkehard Schmölz, Chef von Augsburg Marketing.

Mehr Informationen der Stadt Augsburg gibt es hier.