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Freitag, 24.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Bundesliga: FCA verliert in München deutlich – Köln rettete sich in letzter Minute in die Relegation – Bremen steigt direkt ab

Das Ergebnis spielte in der 34. Runde der Fußballbundesliga in der Partie FC Bayern vs. FC Augsburg nur eine untergeordnete Rolle. Festzuhalten ist dennoch, dass es in der ersten Halbzeit so aussah, als würde der FCA untergehen. Mit dem 2:5 war Augsburg gut bedient, was an der zweiten Halbzeit lag, die die Augsburger nach Toren “gewinnen” konnten.

Von Siegfried Zagler

In der 9. Minute bereits die Führung der Bayern durch ein Eigentor  von Jeffrey Gouweleeuw, der einen Flachpass von Gnabry vor dem heranstürmenden Coman aus kurzer Distanz ins eigene Tor lenkt. In der ersten Halbzeit spielen nur die Bayern, die sich wie im Training durch die Augsburger Abwehrreihen kombinieren. Das 2:0 fällt demnach folgerichtig durch ein Slapstick-Tor: Erst scheitert Lewandowski an Gikiewicz, den Abpraller hämmert Coman an den Innenpfosten, von dem der Ball quer durch den Fünfer Gnabry auf den Kopf segelt, der keine Mühe hat, den Ball zu verwerten.

Als ein langer Ball Florian Niederlechner in den Lauf gespielt wird, fällt dieser im Laufduell gegen Hernandez, der den Augsburger Stürmer leicht rempelt. Der einzige ernstzunehmende Augsburger Durchbruch bringt den Brechtstädtern einen Elfmeter, den Caligiuri kläglich abschenkt (25).

Dafür treffen nun die Bayern mühelos: Kimmich nimmt einen Querpass gemütlich an und versenkt das Leder gekonnt und unhaltbar  aus dem Stand aus 23 Metern (33.). Neun Minuten später zieht der agile Coman beinahe unbehindert aus 20 Metern flach zum 4:0 ab.

Der FCA läuft nur nebenher und blamiert sich. Dass es nur 4:0 zur Pause steht, hat der FCA seinem Keeper Rafal Gikiewizc zu verdanken, der allein von Lewandowski in drei 1:1-Situationen drei Treffer verhindert.

Von den Vorsätzen, die FCA-Trainer auf der Vor-dem-Spiel-Pressekonferenz formulierte, ist nichts zu sehen. Der FCA scheint sich willenlos abschlachten zu lassen.

Die ersten 45 Minuten verbrachte der FCA als Trainingspartner und zeigte eine indiskutable Vorstellung.

Nach der Pause korrigiert Markus Weinzierl sein System und bringt einen weiteren Innverteidiger in die Abwehrkette: Der enttäuschende Caligiuri wird durch Suchy ersetzt und Framberger kommt 1:1 für Pedersen.

Dadurch erhält das FCA-Spiel nach hinten etwas mehr Stabilität und nach vorne etwas mehr Schwung, während die Münchner einen Gang zurück schalten und ihren scheidenden Akteuren viel Raum und Zeit für die Verabschiedung auf dem Feld lassen.

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Fazit: Der FC Augsburg war über die gesamte Spielzeit für die Münchner ein Trainingspartner, ließ sich aber nicht abschlachten, schoß noch zwei schöne Tore (Hahn-Kopfball nach Freistoßflanke von Benes/67.) und ein klasse Tor aus dem Spiel heraus, als Hahn Niederlechner in Szene setzte und der Augsburger Stürmer Manuel Neuer keine Chance ließ.

In der letzten Spielsituation geschah schließlich etwas, das alle befürchteten und dann ausgerechnet von FCA-Keeper Rafal Giekiwicz verschuldet wurde, da er einen relativ einfach Ball prallen ließ und somit Robert Lewandowskis 41. Treffer ermöglichte. Gerd Müllers historische 40er-Rekordmarke wurde also in letzter Minute von dem aktuell weltbesten Zentrumsstürmer geknackt.

Festzuhalten ist aus Augsburger Sicht auch die ironische Fußnote, dass die 33 Punkte, die Heiko Herrlich mit dem FCA bis zu seinem Rauswurf geholt hatte, zur Relegation gereicht hätten.

Dramatischer ging es Köln zu, wo der 1.FC Köln kurz vor Schluss gegen Schalke 04 den Siegtreffer erzielte. Bielfeld konnte sich in Stuttgart siegreich durchsetzen. Deshalb steigt Bremen nun zusammen mit Schalke direkt ab, während sich der FC in die Relegation rettete.