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Freitag, 24.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Bühne frei für den Verteilungskampf

Am morgigen Donnerstag (19.30 Uhr) findet in der Brechtbühne in der Kasernstraße eine Veranstaltung statt, die jeder Politiker der Stadt Augsburg als Pflichttermin begreifen sollte.



Juliane Votteler, Meinhard Motzko und Pius Knüsel diskutieren über das neue Unbehagen in der Kultur. Dabei geht es zuvorderst ums öffentlich subventionierte Theater, dessen gesellschaftliche Relevanz nachzulassen scheint, während die Kosten stetig steigen. „Theater sind mittelständische Unternehmen mit Millionenetats, gesteuert werden sie allzu oft wie ein Kleingartenverein“, so Meinhard Motzko in einem Interview der DAZ. „Droht der Kulturinfarkt?“, so der Untertitel der Veranstaltung.

Ist das Stadttheater Augsburg eine fragwürdige Institution?

Welche Ziele verfolgen die Kommunen mit ihren Kultur-Etats? Ist das deutsche Stadt- und Staatstheatersystem nicht weniger „systemrelevant“ als Banken und Parlamente, und somit unangreifbar? Pius Knüsel, einer der Autoren der vieldiskutierten Streitschrift „Der Kulturinfarkt“ sieht viele öffentliche Kultureinrichtungen längst nicht mehr als Förderer der Kunst, sondern als fragwürdige Institutionen, deren oberstes Ziel nicht die Kunst oder die Innovation, sondern der „schiere Selbsterhalt“ sei. Theaterintendantin Juliane Votteler könnte in die Rolle der Verteidigerin der Kunst schlüpfen und dürfte in dieser Hinsicht gefordert sein, wie selten zuvor. Veranstalter ist der Augsburger Presseclub. Moderiert wird die Diskussion von Kurt Idrizovic und Horst Thieme. Der Eintritt ist frei.

» Video zum Buch “Der Kulturinfarkt”

» Einladungsflyer (pdf 847 kB)