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Samstag, 18.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Big Points im Kellerduell gegen Mainz

Mainz bleibt Mainz. Auch im fünften Bundesligaspiel in Folge setzte der FCA gegen den Abstiegskonkurrenten seine Siegesserie fort. Wie schon beim Hinrundensieg war André Hahn am 23. Spieltag einmal mehr der Matchwinner gegen die Mainzer und erzielte nach einem schweren Torwartfehler den Siegtreffer zum 1:0 Auswärtssieg für die Augsburger.

Von Udo Legner

FCA-Coach Heiko Herrlich nahm nach dem 1:1 Unentschieden gegen Leverkusen nur einen Wechsel in der Startelf vor: Für Ruben Vargas (Bank) lief André Hahn auf.

In der Anfangsphase präsentierte sich der FCA wie man ihn lange nicht mehr gesehen hatte: Aggressiv, mit ungebremster Angriffslust und Mut zum Risiko. Diese beherzte Spielweise bescherte dem FCA auch gleich zwei Eckbälle, die der Mainzer Defensive allerdings wenig Probleme bereiteten. Die Mainzer stellten sich jedoch schnell auf die Augsburger Spielweise ein und versuchten – eine Taktik, die auch dem ramponierten Rasen geschuldet war – mit langen Bällen Druck aufzubauen. Zwangsläufig kam es dadurch zu einer Vielzahl von Luftkämpfen, bei denen die Augsburger meist erfolgreich dagegen hielten. 

Torchancen-Flaute bis zum Torwartfehler

So spielte sich das Geschehen hüben wie drüben weitgehend in weiter Entfernung vom gegnerischen Strafraum ab. Tatsächlich war ein Fernschuss von Danny Latza (15.), der FCA-Keeper Gikiewicz zu seiner ersten Parade zwang, die einzige nennenswerte Offensivaktion, die die zuletzt so erfolgreichen Mainzer (7 Punkte in den letzten drei Spielen) zustande brachten. Wer weiß, wie lange sich diese Torchancen-Flaute auch auf Augsburger Seite fortgesetzt hätte, hätte ihr FSV-Keeper Zentner mit einem Blackout nicht ein jähes Ende gesetzt. Gänzlich ohne Not spielte der Mainzer Torhüter den Ball vor die Füße von Florian Niederlechner, der die Situation blitzschnell erfasste und auf den freistehenden André Hahn passte, der den Ball ohne Mühe zur 1:0 Führung (25.) für den FCA ins leere Mainzer Tor schoss. 

Parallelen zur Partie gegen Leverkusen

Wie schon beim letzten Spiel gegen Leverkusen führte die unverhoffte Führung durch einen Torhüter-Lapsus zur taktischen Neuausrichtung beider Teams. Der FCA beschränkte sich in der Folge darauf, die Führung zu verteidigen, während die Mainzer gezwungen waren, mehr Druck aufzubauen. Anders als die spielstärkeren Leverkusener blieb es bei den Angriffen der Hausherren – abgesehen von einem Fernschuss von Latza (39.), der Gikiewicz zu einer weiteren Parade zwang – bis zum Halbzeitpfiff beim guten Willen.

Fazit zur Halbzeit: Der Torwart-Patzer des Mainzer Keepers spielte dem FCA in die Karten, die sich nach der Führung auf Ergebnissicherung beschränkten.

Nach der Halbzeitpause knüpfte der FCA kurz an die Anfangsphase der Partie an und kam durch Niederlechner (50. und 51.) zu zwei Halbchancen: erst brachte er aus spitzem Winkel den Ball an Keeper Zentner nicht vorbei, dann wurde sein Schuss von Felix Uduokhai abgeblockt. Auf der Gegenseite mühten sich die Mainzer redlich, kamen aber gegen die kompakte Abwehr der Augsburger nur selten gefährlich vor das Gehäuse von Gikiewicz. Torschüsse von Latza (75.) und Boetius (79.) – das war es auch schon, was die Hausherren offensiv zustande brachten.

Spannende Schlussphase

Erst in den letzten Spielminuten nahm die Partie noch einmal Fahrt auf. Der erste Hingucker gelang den Augsburgern, die einen Konter über den eingewechselten Gregoritsch (für Niederlechner) fast zum 2:0 genutzt hätten, hätte Hahn dessen brillantes Zuspiel nicht an den Pfosten (85.) gesetzt. 

Ausgleichende Gerechtigkeit fast im Gegenzug, wo Onisiwo für die Mainzer ebenfalls am Pfosten (88.) und dann im Nachschuss an Gikiewicz scheiterte. So überstanden die leidenschaftlich verteidigenden Augsburger auch die vierminütige Verlängerung unbeschadet und jubelten nach dem Schlusspfiff ausgelassen über diese wichtigen Big Points, mit denen sie mit breiter Brust beim nächsten Kellerduell bei der Berliner Hertha (Samstag, 15.30 Uhr) auflaufen können.

FC Augsburg Gikiewicz – Framberger (68. Gumny), Gouweleeuw, Uduokhai, Pedersen – Strobl, R. Khedira – D. Caligiuri (90.+3 M. Richter), Bénes (68. Oxford), Hahn – Niederlechner (84. Gregoritsch).