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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Bebauung der Flugplatzheide: Grüne gehen auf CSU los

Die geplante Bebauung der Augsburger Flugplatzheide bringt den Kreisverband der Augsburger Grünen auf die Palme. Der Vorsitzende der Grünen, Peter Rauscher, reitet eine Lanze gegen die CSU: Die Christsozialen würden Wohnungsdruck gegen Naturschutz ausspielen.

Hintergrund dieses Statements ist der Sachverhalt, dass die CSU-Fraktion im Landtag eine Petition abgelehnt hatte. Diese Petition galt bei den Naturschützern als letzte Chance die umstrittene Bebauung einer außergewöhnlichen Heide abzuwenden. Die Ablehnung der Petition für den Erhalt der Flugplatzheide kommentiert Peter Rauscher mit ungewöhnlicher Schärfe: „Wieder einmal spielt die CSU den hohen Wohnungsdruck in unserer Region gegen den Umweltschutz aus. In diesem Fall geht die CSU sogar noch weiter und spielt den Schutzpatron der geflüchteten Menschen in unserer Stadt. Dabei weiß man, dass die würdige Unterbringung Geflüchteter alles andere als ein Herzensanliegen dieser Staatsregierung ist“, so Rauscher.

Landesregierung ging nicht auf Flächentausch ein

Die Flugplatzheide müsse nicht bebaut werden, um Wohnraum für Geflüchtete zu schaffen. Nachhaltige Wohnungsbaupolitik würde zuerst bereits bebaute Flächen bebauen oder würde brachliegende Grundstücke und Gebäude in moderne Wohnanlagen umwandeln. Laut Rauscher bräuchte Augsburg ein sogenanntes „Leerstandskataster“, damit brachliegende Grundstücke und leerstehende Gebäude besser verwertet werden könnten.

„Auf einen Flächentausch ließ sich der Freistaat als Bauträger nicht ein. Dennoch konnte durch den großen Einsatz der Naturschutzverbände und durch deutliche Hinweise der Stadt, des Umweltreferenten und der Grünen Fraktion die geplante Bebauung auf die etwas weniger wertvolle Seite, den Bischoffsackerweg gedreht werden. Die geplante Inschutzstellung der Restfläche muss jetzt zügig kommen!“ So kommentiert der Grüne Vorsitzende die aktuelle Situation. Man sei dennoch enttäuscht, dass die Bayerische Staatsregierung keinen erkennbaren Willen für eine alternative Bebauung zeige.

Standort als Integrationshemmnis

Außerdem kritisiert Rauscher den Standort als nichtfunktional in Sachen Integration: „Wie sollen sich bis zu 300 Geflüchtete im Gewerbegebiet zwischen Fujitstu und mehreren Autohäusern in unsere Stadtgesellschaft integrieren? Alle Erfahrungen zeigen, Integration funktioniert in vielfältigen Wohnquartieren mit adäquater Sozialbetreuung, nicht aber in isolierten Lagen – die Tür und Tor  öffnen für Ausgrenzung und Parallelwelten.“

Die Stadt Augsburg habe bereits viele gut funktionierende Konzepte bei der Planung von sozialem und integrationsförderndem Wohnraum umgesetzt. Es sei in dieser Angelegenheit die Staatsregierung, die hier hinterherhinke.

Alternative ausgeschlagen

Aus einer Anfrage der Landtagsabgeordneten Christine Kamm zu diesem Thema gehe laut Rauscher hervor, dass staatseigene Flächen geprüft worden seien. Verwertbare Flächen seien mit der fadenscheinigen Begründung abgetan worden, dass ‚Wohnbebauung aufgrund Außenbereichslage nicht zulässig‘ sei oder mit einem saloppen Hinweis auf ein IT-Schulungszentrum des Justizministeriums in Schwabmünchen. Dass die gesamte Flugplatzheide hätte gerettet werden können, wenn die CSU im Landtag nur einen Funken Willen für den Erhalt unserer heimischen Natur gehabt hätte, steht für Rauscher fest: „So wird bald eine wertvolle Naturfläche auf der Flugplatzheide in Augsburg weiter verkleinert und zerstückelt “, kritisiert Rauscher.

Foto: wertvoller Pflanzenbestand auf der Haunstetter Flugplatzheide (c) DAZ



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