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Montag, 19.02.2024 - Jahrgang 16 - www.daz-augsburg.de

Bayern hat gewählt

Bayernwahl: Sieben Augsburger in Landtag gewählt – Drama bei der SPD

Der Rechtsruck in der gesamten Republik sorgte auch in Bayern für Überraschungen. In den Stimmkreisen Augsburg Ost-West erhielten Andreas Jurca und Raimond Scheirich (beide AfD) vom Wähler jeweils ein Mandat, während Florian Freund (SPD) leer ausgeht. 

Endergebnis: Rechtsruck in Bayern

Nach den lokalen Auswertungen der Wahlkreise steht fest, dass neben den beiden CSU-Direktkandidaten Andreas Jäckel und Leo Dietz fünf weitere Augsburger Politiker in den Bayerischen Landtag einziehen: Zwei Grüne (Cemal Bozoglu/Stephanie Schuhknecht), zwei Vertreter der AfD (Andreas Jurca/ Raimond Scheirich) und Anna Rasehorn für die SPD. Letztere lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Florian Freund. Durch das schlechte SPD-Wahlergebnis schafften nur zwei SPD-Kandidaten auf der schwäbischen Wahlkreisliste den Sprung in den Bayerischen Landtag (Simone Strohmayr/Aich.-FDB – und eben Anna Rasehorn, die nur wenige Stimmen mehr als Florian Freund verbuchen konnte). Keine Chance hatte Ferdinand Traub, der für die Freien Wähler Augsburg antrat.

Bei der Wahl zum 19. Bayerischen Landtag gaben von rund 9,4 Millionen Stimmberechtigten 73,3 Prozent ihre Stimme ab. Bei der Landtagswahl 2018 lag die Wahlbeteiligung bei 72,3 Prozent, bei der Landtagswahl 2013 bei 63,6 Prozent.

Verteilung der Gesamtstimmen

Die Verteilung der Erst- und Zweitstimmen (= Gesamtstimmenzahl) nach Parteien entscheidet über die zukünftige Zusammensetzung des Landtags. Nach dem vorläufigen Ergebnis kommt die CSU auf einen Gesamtstimmenanteil von 37,0 Prozent. Es folgen die Freien Wähler mit 15,8 Prozent, die AfD mit 14,6 Prozent, die Grünen mit 14,4 Prozent und die SPD mit 8,4 Prozent der gültigen Gesamtstimmen. Die FDP blieb mit 3,0 Prozent der gültigen Gesamtstimmen unter der für den Einzug in den Landtag erforderlichen landesweiten Grenze von fünf Prozent. Neben der ÖDP mit 1,8 Prozent der gültigen Gesamtstimmen kamen noch die Partei DIE LINKE mit 1,5 Prozent über ein Prozent der gültigen Erst- und Zweitstimmen. Die weiteren sieben Parteien erreichten weniger als ein Prozent der Stimmen.

Sitzeverteilung

Fünf der insgesamt 15 angetretenen Parteien nehmen an der Sitzeverteilung teil. Nach dem vorläufigen Ergebnis werden im 19. Bayerischen Landtag insgesamt 203 Abgeordnete vertreten sein. Dabei enthalten sind 11 Überhangmandate für die CSU. 7 Ausgleichsmandate gehen an die Freien Wähler, 2 an die AfD sowie 3 an die GRÜNEN.

Von den insgesamt 203 Abgeordneten (2018: 205) werden 85 Abgeordnete der CSU angehören (2018: 85). Die Freien Wähler kommen auf 37 Sitze (2018: 27), die Grünen auf 32 (2018: 38), die AfD auf 32 (2018: 22) und die SPD auf 17 (2018: 22). Die FDP, die zur Landtagswahl 2018 noch elf Mandate erhielt, wird nicht in den neuen Landtag einziehen.

Mit ihrer Erststimme haben die Wählerinnen und Wähler darüber entschieden, wer in den 91 bayerischen Stimmkreisen direkt in den Landtag einzieht. In 85 Stimmkreisen erhielt eine Bewerberin oder ein Bewerber der CSU die relative Mehrheit der Erststimmen, die Grünen konnten 4 Stimmkreise und die Freien Wähler 2 Stimmkreise gewinnen.

Die 203 Mandate teilen sich auf in 91 Direktmandate und 112 Listenmandate. Welche Bewerber über die Liste in den Landtag einziehen, steht erst nach Übermittlung und Auswertung der Bewerberzweitstimmen fest, die bis Dienstag von den Stimmkreisleitern an den Landeswahlleiter im Rahmen der sogenannten zweiten Schnellmeldungen übermittelt werden. Diese vorläufigen Ergebnisse werden ebenfalls auf der Website https://www.landtagswahl2023.bayern.deveröffentlicht.