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Donnerstag, 18.04.2024 - Jahrgang 16 - www.daz-augsburg.de

Landtagswahl Bayern

Bayernwahl: CSU mit historischem Rekordtief – FW zweite politische Kraft – Desaster für SPD und FDP

Die CSU hat die Wahl in Bayern gewonnen, wenn auch mit einem historisch niedrigem Ergebnis.

Nach aktuellem Stand (00.49 Uhr) liegt die CSU mit 37,1 Prozent, wie zu erwarten war, klar vorne (2018: 37,2%). Die AfD (14,9/+4,5)  liegt derzeit auf Platz drei – nach den Freien Wählern (16,1/+4,3) und den Grünen (14,1/-3,2). Die FDP fliegt mit 2,9 Prozent aus dem Landtag. Ein weiteres Desaster erlebt die bayerische SPD mit einem Rekordtiefstand von 8,4 Prozent (-1,3).

Die Wahlen in Bayern und Hessen spiegeln sich insofern, dass beide Wahlergebnisse der unglücklich agierenden Berliner Ampel geschuldet sind. In Bayern darf man auch noch geltend machen, dass Spitzenkandidat Florian von Brunn kein Typ ist, der in Bayern ankommt. Die Unzufriedenheit mit der Ampelregierung hat die FDP mit Spitzenkandidat Martin Hagen hochkantig aus dem Landtag geworfen.

Die Zeichen stehen demnach erneut auf Schwarz-Orange, da Aiwangers Flugblatt-Affäre den Freien Wählern nicht geschadet hat.

Die Landtagswahlen in Bayern und Hessen wurden von großer Skepsis in beiden Ländern bestimmt. Eine repräsentative Vorwahlbefragung führte an, dass drei Viertel der Befragten sich Sorgen machen wegen der schlechteren Wirtschaftslage, der steigenden Zahlen der Geflüchteten und wegen einer uneinigen Bundesregierung, deren Kanzler als zaudernd und zu langsam wahrgenommen wird.

Zahlen: Wahlleiter – Grafik: Stadt Augsburg

Landespolitische Themen waren laut Umfragen weniger relevant für die Wahlentscheidung, der zirka 9,4 Millionen Wahlberechtigten in Bayern. Die Wahlbeteiligung im Freistaat lag bei 72,4 Prozent. Seit 2018 regieren CSU und Freie Wähler in einer gemeinsamen Koalition. Sowohl Söder als auch Aiwanger wollen. die CSU/FW-Koalition fortsetzen.

In Augsburg haben sich die beiden CSU-Direktkandidaten Andreas Jäckel und Leo Dietz erwartungsgemäß durchgesetzt, wer ihnen von den anderen Parteien über die Landeslisten folgt, wird sich in den kommenden beiden Tagen zeigen. Die SPD konnte in ihren Augsburger Stimmkreisen ihr Wahlergebnis von 2018 halten. Die Augsburger Grünen verloren 3 Prozent. In Augsburg bleiben die Grünen mit zirka 20 Prozent nach der CSU die zweitstärkste politische Kraft. Die AfD hält mit zirka 15 Prozent Platz drei.

Eine besondere Schrulle des Augsburger Wahlergebnisses lässt sich mit dem Non-Politiker Bob Meitinger festhalten. Meitinger (Die Partei) erhielt aus dem Stand mit nichts als Verächtlichmachung der Politik und provokativen wie geschmacklosen Wahlplakaten als Einzelkandidat mit 3,4 Prozent den gleichen Stimmenanteil wie Ralf Neugschwender, immerhin Chef der Augsburger FDP.