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Mittwoch, 04.08.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Bauausschuss beendet Sommerpause mit Beschluss zur MAN-Spange

Auch für die Stadträte gingen jetzt die Sommerferien zu Ende. Als erste mussten die Mitglieder des Bauausschusses ran. In seiner gestrigen Sitzung befasste sich der Ausschuss mit der MAN-Spange und der Bebauung des ehemaligen Coca-Cola-Geländes.

Bereits 1998 hat der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, die Planung einer “MAN-Spange” vorzubereiten. Mit der MAN-Spange, die im gültigen Gesamtverkehrsplan aus dem Jahr 1998 enthalten ist, wird das Ziel verfolgt, die in Ost-West-Richtung durch Augsburg verlaufenden Verkehre aus dem Innenstadtbereich abzuziehen. Auch der 1. Preisträger des Ideenwettbewerbs Innenstadt hat die Idee einer nördlich der Innenstadt verlaufenden Tangente aufgegriffen, allerdings komplett als Tunnel.

Bisher war geplant, die MAN-Spange als Hochbrücke mit 6 m Durchfahrtshöhe über das MAN-Gelände zu führen. Vor dem Hintergrund aktueller Planungen von MAN für ein Logistik-Zentrum hat die Bauverwaltung in Absprache mit MAN-Diesel und MT Aerospace jetzt Planungen angestoßen, die eine Tieflage der MAN-Spange mit einer Untertunnelung zwischen dem Stadtbach und dem Senkelbach vorsehen. Diese standen gestern auf der Tagesordnung des Bauausschusses.

Mit 11:1 Stimmen beschloss der Ausschuss, die Verwaltung mit der Prüfung und Konkretisierung des geänderten Entwurfs zu beauftragen und diesen in das laufende Bebauungsplanverfahren 456 III einzuarbeiten. Die Gegenstimme kam von Eva Leipprand (Grüne), die die Vorlage als “veraltetes Verkehrskonzept” und als “unbesonnen in der jetzigen Zeit” bezeichnete. Je nach Variante koste die Spange mit Tunneltrasse 41 bis 50 Millionen Euro und auch bei den Zuschussgebern Bund und Land gebe es die Finanzkrise.

MAN-Spange mit Tunnelstrecke – die Spange soll die Riedingerstraße über die Franz-Josef-Strauß-Straße mit der Berliner Allee verbinden (Grafik: DAZ)

Entwurf für Coca-Cola-Gelände fällt durch

Keine Zustimmung fand im Ausschuss der geänderte Investoren-Entwurf für die Bebauung des ehemaligen Coca-Cola-Geländes. Die ursprüngliche Planung aus dem Jahr 2008 sah im Südosten der Kreuzung Riedingerstaße / Donauwörther Straße die Errichtung eines 22 Meter hohen Gebäudes als städtebauliche Dominante und Pendant zum Coca-Cola-Gebäude vor. Weil ein solches Gebäude aber in der derzeitigen Finanzkrise am Markt nicht platzierbar ist, legte der Projektentwickler einen neuen Entwurf mit einem eingeschossigen Einkaufsmarkt vor.

Der Ausschuss vermisste in der Neuplanung die räumliche Fassung und optische Betonung des wichtigen Knotenpunktes. An einem solchen zentralen Punkt dürfe keine “Käseschachtel” entstehen, so Karin Egetemeir (SPD). Eva Leipprand (Grüne) wollte keine Entscheidung ohne vorherige Anhörung des Baukunstbeirats treffen. Baureferent Gerd Merkle fasste die Diskussion zusammen: Es sei wohltuend, dass der Bauausschuss solche hohen gestalterischen Ansprüche stelle. Man werde nochmals Gespräche mit den Investoren führen und die Ergebnisse dem Baukunstbeirat zur Stellungnahme vorlegen.

Kreuzung Riedingerstaße / Donauwörther Straße von Norden mit Investoren-Entwurf (Grafik: KEHRBAUMARCHITEKTEN AG)