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Samstag, 22.01.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Augsburg: Boom-City für Niedriglöhne

Laut Bunderregierung liegt der Anteil der Niedriglohnempfänger in Augsburg bei 18,9 Prozent. Womit gesichert ist, dass 16.487 Arbeitnehmer in Augsburg weniger als 1.870 Euro brutto verdienen.

Ein Lohn gilt laut Berechnungen der Bundesregierung als niedrig, wenn er in Westdeutschland unterhalb dieses Einkommens liegt. In Ostdeutschland liegt die Schwelle zum Niedriglohn bei 1.367 Euro. In Augsburg bekommen 2.300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte so genannte Hartz IV-Leistungen, weil ihr Lohn nicht ausreicht, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Hierfür wurden allein im Juni 2010 insgesamt 525.182 Euro von der Stadt ausgegeben. – Es sei ein Skandal, wie viele Augsburger mit Niedriglöhnen abgespeist werden, kommentiert der Linke Stadtrat und Bundestagsabgeordnete Alexander Süßmair die Berechnungen der Bundesregierung. „Es ist Zeit zu handeln und einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn einzuführen. Ein Mindestlohn von 10 Euro pro Stunde würde die Löhne von rund sieben Millionen Menschen in Deutschland anheben“, so Süßmair, der das Zahlenwerk zum Anlass nahm, per Pressemitteilung den Gewerkschaften für ihren Aktionstag am 24. Februar die Unterstützung der Linken zu vermitteln.