DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Sonntag, 18.10.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Architektur und Jazz: Porträt von Hans Döllgast

In der erfolgreichen Reihe “Architekturfilm und Jazz” steht am Montag ein weiteres Highlight auf dem Programm.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Architekturfilm und Jazz” zeigt das Thalia Kino am kommenden Montag, den 7.11.2016 um 19 Uhr ein Filmporträt des Architekten Hans Döllgast (1891-1974), der in die Architekturgeschichte als Meister der Einfachheit und Schlichtheit einging. In Architektenkreisen ist der Baumeister und Hochschullehrer Hans Döllgast nach wie vor Vorbild und Vorreiter, während in der öffentlichen Architekturrezeption der Name Döllgast kaum noch eine Rolle spielt. Seine einfachen und beeindruckenden Lösungen in Schrift, Zeichnung, Sprache und Architektur beeindrucken durch die Gestalt des Wesentlichen. Döllgast war in München vor dem Zweiten Weltkrieg durch einige Kirchenneubauten zum Beispiel die Pfarrkirche Hl. Blut in München-Bogenhausen sowie die Planung der Siedlung Neuhausen (1928–1931) in aller Munde. Nach dem Krieg sollte er durch sein Wirken als Professor für Architekturzeichnen und Raumkunst an der Technischen Hochschule Generationen von Architekten beeinflussen. 1958 wurde er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 1957 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz.

Eines der ersten großen Vorbildprojekte der Kritischen Rekonstruktion gelang ihm mit dem abstrahierten Wiederaufbau der durch einen Bombenabwurf schwer beschädigten Alten Pinakothek, bei der er die Außenmauern mit unverputzten Trümmerziegeln so abschloss, dass der Bombenschaden als „Verletzung“ des Klenzebaus erkennbar blieb. Die neu geschaffene Treppenanlage zählt zu den schönsten Treppenhäusern Deutschlands.

Döllgast studierte an der Technischen Hochschule München Architektur. Von ihm stammt der Titelschriftzug der Süddeutschen Zeitung. Als Denkmalpfleger verdankt München ihm den Wiederaufbau von St. Bonifaz und der Alten Pinakothek entgegen den schon beschlossenen Abrissplänen.

Der Eintritt beträgt 7 Euro. – Nach dem Film gibt es im Thalia Kaffeehaus ab 20.30 Uhr Jazz mit Dietmar Liehr und Reinhold Bauer.

—- Das Foto zeigt Hans Döllgast und ist im Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek.