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Sonntag, 27.09.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

„Amore statt Peng Peng“

Friedensstadt Augsburg: Der Neujahrsempfang der AfD sorgte nicht nur im Vorfeld für Turbulenzen.

Während die AfD-Vorsitzende Frauke Petry im Rathaus sprach, feierten 2.000 Menschen eine Friedensparty auf dem Rathausplatz. Vor diesen beiden Veranstaltungen fand ein „symbolischer Sonderstadtrat“ statt.

Frauke Petry auf dem Neujahrsempfang der Augsburger AfD

Frauke Petry im Oberen Fletz auf dem Neujahrsempfang der Augsburger AfD


Die Bundesvorsitzende der AfD, Frauke Petry, hielt gestern Abend im Rahmen des Neujahrsempfangs der Augsburger AfD eine zirka 30-minütige Rede, in der sie vor zirka 250 Zuhörern den aktuellen Erfolg und die Ziele der AfD erklärte. Petry ging mit keinem Wort auf ihr Interview im Mannheimer Morgen ein und erwähnte nur am Rande das Geschehen vor und während ihres Augsburger Auftritts. Die Veranstaltung musste während Petrys Rede zirka 10 Minuten unterbrochen werden, da es auch im Oberen Fletz Proteste gegen Petry gab.

OB Kurt Gribl auf einer Sonderstadtratssitzung im Goldenen Saal

OB Kurt Gribl auf der Sonderstadtratssitzung im Goldenen Saal (Foto: Stadt Augsburg)


Im Goldenen Saal trat vor dem Neu­jahrs­empfang der AfD ein Sonder­stadtrat zusammen. Eine Veran­staltung, die Kurt Gribl mit einer Rede eröffnete: „Als Ober­bürger­meister sage ich ganz klar, dass nicht alles, was rechtlich zulässig ist, auch ausgehalten werden muss.“ Kultur­referent Thomas Weitzel, Dr. Christoph Weller, Stadt­dekanin Susanne Kasch und Friedens­preis­träger Helmut Hartmann hielten Impuls­referate. Die Stadträte Bernd Kränzle (CSU), Cemal Bozoglu (Grüne) und Margarete Heinrich (SPD) gaben Statements ab. Eine vorgeschlagene Änderung der Benutzungsordnung des Rathauses wurde vom Sonderstadtrat einstimmig angenommen: „Bei der Nutzung des Rathauses und seiner Räume ist der Geist des Rathauses in seiner kulturhistorischen Bedeutung als Ort des Friedens und der Versöhnung zu wahren.“ Damit ist nach Rechtsauffassung von OB Gribl festgestellt, dass eine Veranstaltung, wie diejenige der AfD, künftig nicht mehr möglich sein werde.