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Mittwoch, 27.10.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

“Abschalten vor dem Gau”: Demo in Gundremmingen

Das Forum “Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik” ruft am heutigen Samstag, 23. April, zu einer Demonstration vor dem Atomkraftwerk in Gundremmingen auf. “Abschalten vor dem Gau”, so das Motto der Initiative.

Historisches Anti-AKW-Plakat

Historisches Anti-AKW-Plakat


“Es sind die beiden letzten Siedewasserreaktoren in Deutschland”, betont Raimund Kamm, Sprecher des Forums. Da bereits alle anderen Siedewasser-Reaktoren abgeschaltet sind, schätzt Kamm Gundremmingen als “das gefährlichste Atomkraftwerk in Deutschland” ein. Bedrohlich sei, dass sich die Reaktoren im “Ausfahrbetrieb” befinden – bis Ende 2017 soll Block B, bis Ende 2021 Block C abgeschaltet werden. Kamm nimmt an, dass die Betreiber wegen des nahen Aus weniger in Sicherheit investieren als bisher.

Augsburger Grüne fahren heute mit Bayernticket nach Gundremmingen

Als ersten Anlass der Demonstration führen die Initiatoren den technischen Zustand an. Die Blöcke B und C seien 32 Jahre in Betrieb und daher veraltet. Sie erfüllten wegen mangelhafter Auslegung der Notkühlsysteme nicht mehr die Vorschriften des ursprünglichen kerntechnischen Regelwerks. Beide Blöcke sollten 2017 den Betrieb einstellen, fordert die Initiative. Zudem müsse in Deutschland nach einem Endlager für den Atommüll gesucht werden. Der Aufruf zur Demonstration wird von den Grünen und der ÖDP, dem Bund Naturschutz, dem Verein “Atomausstieg jetzt” und den NaturFreunden Bayern unterstützt. Der Beginn der Veranstaltung ist um 13 Uhr.- „Augsburg ist 60 km von Gundremmingen entfernt. Bei einem Unglück wie in Fukushima ist das Leben in unserer Stadt nicht mehr möglich. Deshalb fordern wir die sofortige Abschaltung,“ so Marianne Weiß, Vorsitzende der Augsburger Grünen, die sich heute um 10.45 Uhr vor dem Hauptbahnhof treffen, um gemeinsam mit Bayerntickets um 11.25 Uhr mit dem Zug nach Offingen zu fahren. Ein Shuttlebus fährt dann von Offingen nach Gundremmingen zur Demo.