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Freitag, 23.2.2018 • Nr. 54 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de
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FCA zerlegt Frankfurt - und darf träumen

Nachdem der FCA Daniel Opares Flirt mit Königsblau mit dessen Suspendierung bestraft hatte, war es so manchem FCA-Fan vor der Partie gegen die favorisierten Frankfurter mulmig zumute. Dass es ganz anders kam und wie der FCA trotz aller Widrigkeiten beim 3:0 Heimsieg gegen die zweitstärkste Auswärtself der Liga auftrumpfte, war nichts weniger als die Sensation des 21. Spieltags.

Von Udo Legner

Gegenüber der letzten Partie beim FC Köln sah sich FCA-Trainer Manuel Baum gezwungen, seine Startelf gleich auf vier Positionen zu verändern. Für den gelb-gesperrten Rani Khedira und die verletzten Jeffrey Gouweleeuw (Abriss des Innenbands) und Alfred Finnbogason (Muskelverletzung) sowie den suspendierten Daniel Opare liefen Jan Moravek, Kevin Danso, Marcel Heller und Raphael Framberger auf. Von wegen personelle Schwächung! Trotz dieser Umstellungen strahlte der FCA von Beginn vor 27.188 Zuschauern in der heimischen Arena das aus, was man in den drei Partien der Rückrunde so schmerzlich vermisst hatte: Sicherheit, Spielwitz und Siegeswillen!

Schneller, schnörkelloser Augsburger Angriffsfußball

Beherzter Offensiv-Fußball führte zu frühen Torchancen von Goalgetter Gregoritsch (4. Min.) und Gouweleeuw-Ersatz Kevin Danso (6. Min.), der nach einer von Philipp Max getretenen Ecke das Kunststück fertig brachte, einen Kopfball völlig unbedrängt über das Frankfurter Tor zu setzen. Der schnörkellose und schnell vorgetragene Angriffsfußball bescherte dem FCA weitere Chancen, die von Moravek und Koo (10. und 11. Min.) zuerst nicht genutzt wurden, bevor Ja-Cheol Koo (19. Min.) nach einem Freistoß aus dem Halbfeld und einer halbherzigen Abwehr der Frankfurter Defensive am schnellsten reagierte und am Eintracht-Keeper Hradecky vorbei zur verdienten 1:0-Führung ins lange Eck einnetzte.

In der Folge hatte die Eintracht mehr Ballbesitz, ohne jedoch allzu große Torgefahr heraufzubeschwören. Lediglich wenn die Frankfurter ihre Angriffe steil über die rechte Außenbahn vortrugen und Chandler zum Flanken kam, wurde es für die FCA-Abwehr brenzlig. In der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit versäumten es die Baum-Schützlinge, die Führung auszubauen: Caiuby (32. Min.) traf nach einer Flanke von Max den Ball nur ungenau und kurz vor Abpfiff der ersten Hälfte bewahrte Eintracht-Keeper Lukas Hradecky  sein Team vor einem höheren Rückstand, indem er den Schuss aus kurzer Distanz von Gregoritsch parierte.

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 21 17-02-02 51:16 (+35) 53
2.Bayer 04 Leverkusen 21 09-08-04 41:27 (+14) 35
3.RB Leipzig 21 10-05-06 33:29 (+4) 35
4.Borussia Dortmund 21 09-07-05 45:29 (+16) 34
5.FC Schalke 04 21 09-07-05 33:27 (+6) 34
6.Eintracht Frankfurt 21 09-06-06 26:23 (+3) 33
7.FC Augsburg 21 08-07-06 32:26 (+6) 31
8.Borussia Mönchengladbach 21 09-04-08 30:33 (-3) 31
9.1899 Hoffenheim 21 07-07-07 32:33 (-1) 28
10.Hannover 96 21 07-07-07 29:31 (-2) 28
11.Hertha BSC 21 06-09-06 28:28 (0) 27
12.SC Freiburg 21 05-10-06 22:35 (-13) 25
13.VfL Wolfsburg 21 04-12-05 24:25 (-1) 24
14.VfB Stuttgart 21 06-03-12 17:27 (-10) 21
15.Werder Bremen 21 04-08-09 18:26 (-8) 20
16.1. FSV Mainz 05 21 05-05-11 24:37 (-13) 20
17.Hamburger SV 21 04-05-12 17:30 (-13) 17
18.1. FC Köln 21 03-04-14 17:37 (-20) 13
Fazit zur Halbzeit: Ein souveräner Auftritt des FCA, der sowohl in kämpferischer als auch in spielerischer Hinsicht überzeugte. 12:3 lautete die Torschussbilanz gegen eine enttäuschende Eintracht, die gegen die aggressive Augsburger Defensive – allen voran Martin Hinteregger - kein Durchkommen fand.

Das gleiche Spiel nach Wiederbeginn: trotz dicker Chancen gelang es dem FCA nicht, aus seiner Überlegenheit Kapital zu schlagen. In der 54. Minute fast die 2:0-Führung für den FCA. Nach schöner Kombination erreichte Caiubys Flanke Marcel Heller, der sofort abzog, aber an Schlussmann Hradecky scheiterte, der sich noch in den Schuss werfen konnte.

And the dream goes on

Doch in der 76. Minute war es endlich so weit: Caiubys Kopfballvorlage erreichte Gregoritsch, der nach geschickter Drehung zum Abschluss kam und sein 9. Saisontor erzielte. Wie entwurzelt rannte FCA-Trainer Manuel Baum auf das Spielfeld und feierte mit seinem Schützling die überfällige 2:0 Führung. Doch es sollte noch besser kommen. Jungstar Marco Richter sollte es richten, der in der 71. Minute für den überzeugenden Jan Moravec ins Spiel gekommen war. Mit seinem Premierentor in der Schlussphase (89. Min.) machte er endgültig den Deckel drauf und sorgte so für den perfekten Abschluss des sonntäglichen Fußballfests. Durch diesen grandiosen 3:0 Sieg  rückt der FCA mit 31 Punkten auf Rang sieben vor und darf wieder von Höherem träumen.

Bereits am nächsten Freitag (Anstoß 20.30 Uhr) geht es in die Red Bull Arena zum Tabellendritten nach Leipzig, wo der FCA unbeschwert aufspielen kann.

FCA: Hitz - Framberger, Danso, Hinteregger, Max - Morvavek, Baier - Heller, Koo, Caiuby – Gregoritsch

Wechsel:

71. Min. Marco Richter (für Jan Moravek)

82. Min. Jonathan Schmid (für Marcel Heller)

Tore:

1:0 Koo (19. Min.),

2:0 Gregoritsch (76. Min.),

3:0 Richter (89. Min).


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