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Donnerstag, 10.11.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Bundesliga

FCA vs. VfL Wolfsburg 1:1

Der FC Augsburg und der VfL Wolfsburg trennen sich am 9. Spieltag nach einem hitzigen und zerfahrenem Spiel vor 26.200 Zuschauern in der WWK Arena mit einem leistungsgerechten 1:1-Unentschieden. Das Tor des FCA erzielte Robert Gumny (55.). Für Wolfsburg war Yannick Gerhardt erfolgreich (27.) .

Robert Gumny – Foto: Lina Mann

Nach der Rotgelb-Sperre von Berisha, den Verletzungen von Hahn und Gikiewicz stand plötzlich Tomas Koubek nach zweieinhalb Jahren Bankdrücken wieder im Tor. Für Berisha und Hahn kamen Jensen und Vargas in die Startelf. Der FCA begann hellwach und war in den ersten 20 Minuten das dominierende Team, was sich nicht nur in der Quote der Torchancen bemerkbar machte, auch in allen anderen Statistikwerten lag der FCA haushoch vorne, nur eben bei den geschossenen Toren nicht.

In der 13. Minute vereitelt ein Reflex von Wölfe-Keeper Casteels die Augsburger Führung: Vargas wurde rechts freigespielt, der Schweizer läuft bis zur Grundlinie und legt raffiniert an den Fünfer zurück, wo Demirovic mit der Schuhspitze an den Ball kommt und Baku anschießt. Dass der Ball übers Tor fliegt, machte Casteels großartiger Reflex möglich.

Der FCA macht weiter Druck und lässt Wolfsburg nicht zu. Selten sah man in der WWK Arena den FC Augsburg dergestalt druckvoll auftreten. Doch nach 20 Minuten verlieren die Augsburger den Faden und die Gäste kommen von Minute besser ins Spiel. 

In der 27. Minute bekommt der FCA dafür prompt die Quittung. Rechts außen ist plötzlich Platz und Zeit. Kaminski schickt Baku, der in aller Ruhe in den Augsburger Strafraum sprintet und die Zeit hat auf Gerhardt zu warten und diesem in den Lauf spielt, sodass Gerhardt mit dem ersten Torschuss der Wolfsburger die Führung der Gäste erzielt. Im Anschluss wird das Spiel von vielen Fouls beiderseits unterbrochen. Rudelbildungen und zahlreiche Gelbe Karten sind die größten Aufreger in der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit. Da mit M. Bauer und Gouweleeuw beide Augsburger Innenverteidiger verwarnt werden, muss der FCA am kommenden Samstag in Köln (15.30 Uhr) ohne bundesligataugliche Innenverteidiger spielen.

Fazit zur Halbzeit: Die bessere Mannschaft liegt im Rückstand, weil sie einmal schlecht verteidigte und zwischendrin leichte Balleroberungen für die Gäste zuließ.

Die Wolfsburger kommen aktiver aus der Kabine, sodass es munter rauf und runter geht. Riesenchance für Wolfsburg: Wieder läuft Baku bis zur Grundlinie, wo er mit Gefühl das Leder zu Nmecha hebt, dessen Kopfball aus kurzer Distanz von Koubek an den Pfosten gelenkt wird (49.). Wenig später rauscht der Ball von Jensen halbhoch an der Fünfer – an allen vorbei, auch an Niederlechner, der als letzter hauchdünn verpasst (52.). Wenig später klingelt es aber im Wolfsburger Kasten: Wieder saust eine gefährliche Jensen-Ecke in den Gästestrafraum, Gouweleeuws Ball prallt zu Robert Gumny, der das Ding unter die Latte zum hochverdienten Ausgleich nagelt (55.). 

Beide Mannschaften spielen nun voll auf Sieg und der FCA gewinnt langsam die Spielhoheit zurück. In der 63. Minute vergibt FCA-Kapitän Jeffrey Gouweleeuw eine Großchance überhastet: Nach einem „Traumpass“ von Elvis Rexhbecaj, der als Schuss gedacht war, nimmt Gouweleeuw den Ball stark an, schießt aber übersichtslos trotz genügend Zeit VfL-Keeper Casteels an, der sich breit macht (63.). Drei Minuten später folgt die nächste Topgelegenheit der Augsburger: Iago läuft aus spitzem Winkel aufs Tor zu und schiebt den nicht einfachen Ball am langen Eck vorbei. Mit ein wenig mehr Glück und viel mehr Abschlussstärke würde der FCA jetzt führen. 

Ein Tor liegt in der Luft, doch es wird immer unklarer für wen, denn nun folgen Torchancen für Wolfsburg, die Tomas Koubek aber ohne Mühe meistert. In der 92. Minute Riesenglück für Augsburg. Ein ruhender von Arnold hervorragend geflankter Ball erreicht zielgenau den Kopf von Gerhardt, der frei am Fünfer den Ball zu hart drückt, weshalb der Aufsetzer über die Latte geht. Beide Mannschaften hatten den Sieg vor Augen, weshalb die Punkteteilung als gerecht bezeichnet werden darf.

Startelf FCA: Koubek – Gumny, M. Bauer, Gouweleeuw, Iago – Gruezo, Rexbecaj – Vargas (ab 67. Pedersen), Demirovic – Niederlechner, Jensen (ab 86 Caligiuri).