DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Dienstag, 10.01.2023 - Jahrgang 15 - www.daz-augsburg.de

Die Lange Nacht der Wissenschaft

Die Lange Nacht der Wissenschaft 2022 startet am kommenden Samstag, den 16. Juli ab 18.30 Uhr im Rathaus, in der Stadtbücherei, im Schaezlerpalais und im Maximilianmuseum mit mehr als 50 Programmpunkten. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Besucher der Langen Nacht der Wissenschaft 2018 Bildnachweis: Michael Hochgemuth / Stadt Augsburg

Nach pandemiebedingter Pause findet am Samstag, 16. Juli wieder die Lange Nacht der Wissenschaft statt. Die Hochschule Augsburg, die Universität Augsburg und die Stadt Augsburg laden alle Neugierigen zum Forschen, Entdecken und Erleben ein. „Die Innenstadt wird zum Lehrsaal, Forschungslabor und Experimentierfeld“, wie es in einer Pressemitteilung der Universität heißt.

Es gibt verschiedenste Vorträge, Vorführungen und Experimente. Das Themenspektrum ist breit gefächert, es erstreckt sich von Grundlagen des Brauprozesses für ein Qualitätsbier, über Forschungsvorhaben zum Klimawandel, Erkenntnisse der Brustkrebsforschung, Digitalisierung im Gesundheitswesen, bis hin zu komplexen medizinischen und mathematischen Fragen. Eröffnet wird die Lange Nacht der Wissenschaft 2022 um 18:30 Uhr in der Stadtbücherei von Oberbürgermeisterin Eva Weber, Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair, Präsident der Hochschule Augsburg und Prof. Dr. Sabine Doering- Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg.

Den Auftakt bildet ab 18.45 Uhr der Science Slam auf der Bühne vor der Stadtbücherei Augsburg. Im Anschluss können Interessierte bis 23 Uhr aus über 50 Programmpunkten an den vier Veranstaltungsorten Rathaus, Stadtbücherei, Maximilianmuseum und Schaezlerpalais wählen. Der Eintritt zu allen Vorträgen und Vorführungen ist frei.

Künstliche Intelligenz

Die Universität Augsburg und die Hochschule Augsburg sind Partner im KI-Produktionsnetzwerk Augsburg. Im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses präsentieren beide Einrichtungen bei der Langen Nacht der Wissenschaft aktuelle Projekte zur Künstlichen Intelligenz. Wie verändert sie die Produktion und welche Rolle spielt der Mensch? Wie entstehen in Augsburg innovative Lösungen − gemeinsam mitIndustriepartnern? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Forschungen. Die digitale Planung von Produktionslinien bietet erhebliche ökonomische Potenziale und kann zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit produzierender Unternehmen in Bayern beitragen. Wie etwa Lebensmittelverschwendung mit Künstlicher Intelligenz verhindert werden kann, schildert Prof. Stefan Braunreuther um 22 Uhr in einem Vortrag in der Stadtbücherei. Wie Künstliche Intelligenz die Produktion verändert und welche innovativen Lösungen an der Universität Augsburg gemeinsam mit Industriepartnern im Rahmen des KI-Produktionsnetzwerks Augsburg entstehen, darüber können sich Interessierte im Goldenen Saal informieren.

Gesundheit

Die Digitalisierung spielt auch im Gesundheitswesen eine wichtige Rolle. Das Institut für agile Softwareentwicklung HSA_ias zeigt im Goldenen Saal an Beispielprojekten, wie Digitalisierung im Gesundheitswesen gelingen kann. Professorin Alexandra Teynor stellt um 21 Uhr im kleinen Sitzungssaal im zweiten Obergeschoss im Rathaus Kooperationsprojekte der Digitalisierung für eine bessere Gesundheit vor.

Der Klimawandel ist auch eine große Bedrohung für die Gesundheit der Menschen. Hitzewellen und Stürme, aber auch Ambrosia-Asthma, Tigermücken oder Klimaängste sind bei uns in Mitteleuropa angekommen. Was wir dagegen tun können, darüber referiert Prof. Dr. Claudia Traidl-Hofmann um 20 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses.

Gründungskultur

Augsburg hat sich als Gründerschmiede längst einen Namen gemacht. Daher dürfen auch die Start-ups aus dem wissenschaftlichen Umfeld im Programm nicht fehlen. Das HSA_funkenwerk präsentiert Teams aus dem Start-up- Inkubator der Hochschule. Und auch die Universität gibt Einblicke in ihr Innovations- und Gründungszentrum StartHub und das Prototyping-Labor MakeHub. Beide Vorführungen finden Interessierte im Oberen Fletz im Rathaus.

Einblicke in die Arbeit des Ethikrats

In der Diskussion um eine Impfpflicht standen der Deutsche Ethikrat und seine Empfehlungen zuletzt besonders im Fokus der Öffentlichkeit. Die Mitglieder des unabhängigen Sachverständigengremiums repräsentieren naturwissenschaftliche, medizinische, theologische, philosophische, ethische, soziale, ökonomische und rechtliche in besonderer Weise. Es handelt sich um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den genannten Fachgebieten, darüber hinaus gehören ihm weitere anerkannte Personen an, die in besonderer Weise mit ethischen Fragen der Lebenswissenschaften vertraut sind. Zu seinen Aufgaben gehört es, Empfehlungen für politisches und gesetzgeberisches Handeln zu geben. Einen besonderen Einblick bietet Prof. Dr. Kerstin Schlögl-Flierl um 21 Uhr im Großen Sitzungsaal des Rathauses. Die Sozialethikerin ist Mitglied im Deutschen Ethikrat und berichtet aus ihrer Arbeit.

Erstmals dabei: Fachbereich Soziale Arbeit

Zum ersten Mal mit dabei: Der Fachbereich Soziale Arbeit der Hochschule Augsburg. Professor:innen geben in der Stadtbücherei Einblicke in aktuelle Schwerpunkte des noch jungen Studiengangs, wie etwa Wohnungslosigkeit und seelische Gesundheit, Migration und Diversität, soziale Innovationsprozesse und kommunale Radikalisierungsprävention.

Die Lange Nacht der Wissenschaft lebt vom Anfassen und Mitmachen. So können etwa in der Stadtbücherei Besucher:innen mithilfe des ROBODADA-Toolkits ihre individuellen Roboter gestalten. Sie interpretieren die menschliche Mimik und reagieren auf diese. Dabei wird das Rollenverhältnis zwischen dem Menschen und proaktiver Technologie spielerisch erfahrbar gemacht und zur Diskussion gestellt. Professor Andreas Muxel von der Hochschule Augsburg leitet dabei an. In der „virtuellen Sandbox“ der Universität Augsburg können Besucher selbst per Hand Landschaften modellieren, die dann von einem Sensor in Echtzeit erfasst und als farbiges Höhenmodell im Sand visualisiert werden. Außerdem lädt ein kleiner Escape Room dazu ein, sich an naturwissenschaftlichen Fragestellungen auszuprobieren.