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Dienstag, 27.09.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

FCA versagt im Duell der Kellerkinder

Hätte der FCA den 2:1 Vorsprung gegen den VfB über die letzten 20 Minuten gerettet, wäre wohl von optimaler Chancenverwertung die Rede gewesen. Wäre es beim 2:2 Spielstand geblieben, der bis zur 84. Minute auf der Anzeigetafel stand, hätte es geheißen „Glückliches Unentschieden im Duell der Kellerkinder. 

Von Udo Legner

Doch da der FCA in der Schlussphase die sehnlichst erhofften Big Points liegen ließ, muss alles auf den Prüfstand: die Aufstellung, die Einstellung, die Auswechslungen und die Aussetzer der Augsburger, die für die 3:2 Auswärtsniederlage ausschlaggebend waren. Im Vergleich zur letzten Partie in Bielefeld liefen für den FCA André Hahn (für den verletzten  Sarenren Bazee) und Frederic Winther (für Felix Uduokhai) auf.

Schon die Anfangsphase dieses Kellerduells machte deutlich, was dem FCA in dieser Partie blühen würde. Bereits in der ersten Minute hatte Chris Führich die Führung für den VfB auf dem Fuß, als er bei einem Konter den Augsburgern entwischte und an FCA-Torhüter Rafal Gikiewicz scheiterte, dessen missratene Abwehr noch von dem Ex-Stuttgarter Carlos Gruezo in höchster Not geklärt werden musste. Der VfB drängte den FCA gnadenlos in die Defensive, doch mit dem ersten Entlastungsangriff  (6.) stellte der FCA den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf.

Nach Iagos Zuspiel verlor zunächst Maier das Leder, aber der Brasilianer setzte nach, chippte den Ball von links an den langen Pfosten, wo Andre Hahn stand und freistehend per Volleyschuss die 1:0 Führung für den FCA erzielte. Von einem Augsburger Schwung nach dem frühen Führungstor war jedoch nichts zu sehen und auch die nächste brenzlige Situation spielte sich einmal mehr vor dem FCA-Tor ab: Omar Marmoush sprang im Strafraum über den heraus eilenden Gikiewicz (8.) und kam dabei zu Fall, doch Schiedsrichter Patrick Ittrich versagte den protestierenden Stuttgartern zu Recht den geforderten Strafstoß. Bis zur Pause immer das gleiche Bild: Der FCA igelte sich in der Defensive ein, während die Stuttgarter weiterhin bei ihren Torabschlüssen an sich selbst scheiterten – Tomas (23.), Kaladzic (28.), Endo (39.).

Kurzer VfB-Jubel – FCA eiskalt

Als sich die knapp 60.000 Zuschauer im Stuttgarter Neckarstadion schon auf die Halbzeitpause einstellten, überschlugen sich die Ereignisse. Der VfB nutze eine fragwürdige Freistoßentscheidung des Unparteiischen zum hochverdienten Ausgleichstreffer (44.) durch Anton, der Sosas Freistoßflanke  aus zehn Metern ins linke Eck einnickte. Doch postwendend – mit dem gefühlt zweiten Angriff – gelang dem FCA gegen die unsortierten Stuttgarter die erneute Führung (45.+1). Gregoritsch wurde von Maier mit einem Traumpass freigespielt und ließ VfB Keeper Müller das Nachsehen.

Fazit zur Halbzeit:

Verkehrte Fußballwelt – Für seine zwei Treffer brauchte der FCA nur fünf Torschüsse, Stuttgart hingegen für ein Tor ganze 14 und noch dazu einen Standard!

Ballbesitzphasen Fehlanzeige

In der zweiten Halbzeit stellte der FCA zum Entsetzen der 3000 mitgereisten Fans sein eh schon spärliches Offensivspiel gänzlich ein. Der VfB profitierte von dem unsortiertem Spiel der Augsburger, dominierte das Spielgeschehen, ohne dabei allerdings hochkarätige Torchancen zu kreieren. Der FCA war durch die Einwechslungen von Udouokhai und Pedersen (65. für Gouweleeuw und Vargas), Zequiri und Niederlechner (73. für Gregoritsch und Gruezo) sichtlich verunsichert, aber erneut benötigte der VfB einen Standard (79.), um in der Schlussphase durch Marmous brillantes Freistoßtor zum 2:2 Ausgleichstreffer zu kommen.

Der FCA hätte sein Glück überstrapaziert, hätte Hahn mit seinem Kopfball (82.) an die Querlatte nach einer Iago-Flanke erneut getroffen. So kam es, wie es nach diesem Spielverlauf kommen musste: Dem VfB gelang in der 85. Minute gegen die desolate Augsburger Defensive noch der 3:2 Siegtreffer. Keeper Gikiewicz beförderte einen  Freistoß noch aus der Gefahrenzone, doch dann kam der Ball von Marmoush auf den freistehenden Tomas, der ihn hoch ins kurze Eck zur 3:2 Führung für des VfB ballerte. Der letzte Aufreger des Spiels: Dorsch (86. für Gruezo) parierte mit sensationeller Akrobatik einen Schuss von Führich und warf damit einmal mehr die Frage auf, warum er nicht von Anfang an auf dem Spielfeld stand.

Nach dieser Auswärtspleite befindet sich der FCA punktgleich mit der unter Trainer Felix Magath 2022 erstmals siegreichen Hertha und dem VfB Stuttgart auf dem 15. Tabellenplatz. Nach der Länderspielpause geht es für den FCA im nächsten Heimspiel (Sonntag, 3. April um 15.30 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg und es bleibt zu hoffen, dass sich mit anderer Einstellung und Aufstellung wieder ein Erfolgserlebnis im Abstiegskampf einstellt.

FC Augsburg: Gikiewicz – Gouweleeuw (65. Uduokhai) , Oxford, Winther – Caligiuri, Maier, Gruezo (86. Dorsch) , Iago – Hahn (73. Zequiri) , Gregoritsch (73. Niederlechner), Vargas (65. Pedersen)