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Montag, 22.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Gesellschaft und Bildung

Angela Bachmair erhält Marion-Samuel-Preis

Am kommenden Donnerstag, 4. November (19 Uhr) wird der diesjährige Marion- Samuel-Preis der Stiftung Erinnerung an die Augsburger Journalistin und Autorin Angela Bachmair vergeben.

Angela Bachmair Foto: privat

Die Stiftung Erinnerung würdigt damit das Wirken von Angela Bachmair für die Erinnerungsarbeit und insbesondere für die Aufarbeitung der Verfolgungsgeschichte einer Sinti-Familie aus Nördlingen mit dem Buch „Wir sind stolz, Zigeuner zu sein. Vom Leben und Leiden einer Sinti-Familie“. Das Buch wurde 2014 publiziert.

Das Grußwort hält Oberbürgermeisterin Eva Weber. Walther Seinsch spricht für die Stiftung Erinnerung über das Thema „Kann es wieder passieren?“ Die Laudatio hält Prof. Dr. Benigna Schönhagen, die ehem. Leiterin des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben. Die musikalische Begleitung übernehmen Nico Franz (Geige) und Rigo Winter (Klavier). Passagen aus dem Buch der Preisträgerin liest die Schauspielerin Eva Maria Keller.

Die Preisträgerin

Schon als Lokal- und Kulturjournalistin galt das Interesse von Angela Bachmair der lokalen Aufarbeitung der NS-Zeit, der sie mit vielen Artikeln Beachtung verschaffte. Als Gründungsmitglied der 2012 gegründeten ErinnerungsWerkstatt Augsburg wurde Bachmair selbst in der Erinnerungsarbeit aktiv.

Mit der 2014 publizierten Verfolgungsgeschichte der Nördlinger Familie Reinhardt mit dem Titel „Wir sind stolz, Zigeuner zu sein. Vom Leben und Leiden einer Sinti-Familie“ setzt Angela Bachmair ein literarisches Mahnmal nicht nur gegen das Verdrängen des Schicksals dieser größten Minderheit Europas, sondern auch gegen die anhaltende Missachtung. Denn, wie sie schreibt, „die Humanität Europas wird nicht zuletzt am Umgang mit den Sinti und Roma gemessen werden.“

Die Stiftung Erinnerung

Die Stiftung Erinnerung, die 1996 von Walther Seinsch und seiner Frau Ingrid gegründet wurde, fördert Institutionen und Personen, die sich gegen das Vergessen, Verdrängen und Relativieren von in der NS-Zeit begangenen Verbrechen wenden und die wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Zeit voranbringen. Seit 1999 verleiht die Stiftung den Marion-Samuel-Preis an Personen, die das Anliegen der Stiftung gefördert haben. Seit 2007 wird der Preis in Augsburg verliehen (früher Berlin). Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

Marion Samuel wurde am 27. Juli 1931 in Arnswalde (Brandenburg) geboren. Sie wurde am 3. März 1943 nach Auschwitz deportiert und kam dort ums Leben. Götz Aly, der Preisträger des Jahres 2003, recherchierte das bis dahin unbekannte Schicksal der Marion Samuel und erzählt ihre Geschichte in seinem Buch „Im Tunnel“. Die Stiftung möchte an sie und an alle Menschen, die ihr Schicksal teilten, erinnern.

Die Veranstaltung findet unter den aktuell gültigen Hygienemaßnahmen statt. Für die Teilnahme an der Veranstaltung gilt die „3G-Regel” (geimpft, genesen oder getestet). Wir bitten dies zu beachten und die entsprechenden Belege beim Einlass vorzuzeigen.

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Liste der bisherigen Preisträger: