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Freitag, 17.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Gesucht: Mitglieder für den neuen Integrationsbeirat

Auch wenn das Werbevideo der Stadt Augsburg für den neuen Integrationsbeirat bei den Filmfestspielen in Cannes bei der Preisverleihung in der Kategorie „Krasser Außenseiter“ leer ausgegangen ist, ist seine Botschaft unmissverständlich: Mitgliederinnen und Mitglieder für den neuen Augsburger Integrationsbeirat werden gesucht! 

Von Udo Legner

„Jetzt mitmachen und miteinander Vielfalt gestalten!“ – so lautet der Appel auf der Website des Integrationsbeirats www.integrationsbeirat-augsburg.de mit Link zum gemeinsamen Werbevideo von Stadtspitze, Geschäftsstelle und Vorsitzender des Integrationsbeirats sowie mit näheren Informationen zu den konkreten Aufgaben, der Organisation und den Möglichkeiten der Partizipation dieses Gremiums.

Deadline für Bewerbung: 27. Juli

Zum zweiten Mal nach 2017 wird der neue Integrationsbeirat nicht direkt gewählt, sondern über ein anonymes Bewerbungsverfahren ermittelt. Da die vierjährige Amtszeit des aktuellen Integrationsbeirats am 25. Juli endet, läuft auch die Bewerbungsfrist für den künftigen Beirat am 27. Juli ab.

Bewerben können sich alle, die das 18. Lebensjahr vollendet und seit mindestens zwei Monaten ihren Hauptwohnsitz in Augsburg haben. Aus den eingegangenen Bewerbungen werden voraussichtlich bis Spätherbst geeignete Männer und Frauen ausgewählt – die Auswahl der Vertreterinnen und Vertreter erfolgt mittels eines Rankings, das von Organisationen und Einrichtungen erstellt wird, die in den Bereichen Integration, Interkultur und Migration tätig sind. Erstmals müssen hierbei laut modifizierter Satzung die Geschlechter in gleicher Stärke vertreten sein. Wichtig für die Bewerbung: Migrationshintergrund ist erwünscht, aber keine Voraussetzung!

Für Frederic Zucco, dem 2. Vorsitzenden des aktuellen Integrationsbeirats, ist ein solcher Beirat in einer Stadt, in der fast 50 Prozent der Einwohner und Einwohnerinnen einen Migrationshintergrund aufweisen, nach wie vor  unverzichtbar. „Diese Menschen brauchen ein Sprachrohr, solange Herkunft und Religion in der Verwaltung, im Arbeitsleben und in der Schule immer noch eine Rolle spielen.“

Zukunftsmusik

Was die Zusammensetzung des neuen Integrationsbeirats anbelangt, wäre Didem Karabulut, seit zwei Jahren 1. Vorsitzende des Integrationsbeirats, eine Mischung aus bisherigen und neuen Mitgliedern am liebsten. So könnte Bewährtes fortgeführt und gleichzeitig Innovatives in Angriff genommen werden. 

Bewährt hat sich dieser Beirat ihrer  Meinung nach in seiner Funktion als Bindeglied zwischen Stadtrat und Verwaltung und migrantischen Organisationen, auch wenn ihm hierbei eine lediglich beratende Funktion zukommt. 

Ob die 1. Vorsitzende auch dem neuen Integrationsbeirat angehören wird, ist noch offen und hängt wohl nicht zuletzt davon ab, wohin es die künftige Gymnasiallehrerin, die derzeit am Gisela-Gymnasium München ihre Referendarzeit absolviert, verschlägt.

Fest steht bereits, was sich die beiden Vorsitzenden für die Zukunft wünschen: Eine noch größere und nachhaltigere Wirksamkeit des Integrationsbeirats. Um dies zu erreichen, könnten kulturelle Angebote ausgebaut und Kooperationen mit Schulen, insbesondere mit Schulen, die sich den Titel „Schule gegen Rassismus“ erworben haben, verstetigt werden. Ein weiterer Wunsch der beiden Vorsitzenden scheint sich noch vor Beginn der neuen Legislaturperiode zu erfüllen. Die Besetzung der lange verwaisten Antidiskriminierungsstelle der Stadt Augsburg soll in Kürze erfolgen.