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Freitag, 28.01.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Zweimal Brecht bei „Theater extra“

Zwei neue Brecht-Inszenierungen präsentiert das Stadttheater in den nächsten Wochen. Wer genaueres wissen will, kann sich bei „Theater extra“ am kommenden Sonntag, 16. Januar um 11 Uhr vormittags im Theaterfoyer schlau machen.

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„Mann ist Mann“, eine schräge Komödie darüber, wie der Mensch den Bedürfnissen seiner Umwelt – um es mal vorsichtig zu sagen – angepasst wird, kommt am 22. Januar bei Dierig auf die Bühne. Der friedliche, wenn auch etwas naive Galy Gay wird unter Einsatz von Alkohol, Geld und Zigaretten „überredet“, in Zukunft Jeraiah Jip zu sein – und Galy macht nicht nur mit, sondern wird zum Helden in einem Eroberungskrieg, der ihn eigentlich nichts angeht.

Eine Woche später, am 29. Januar, findet im Großen Haus die Premiere von Bertolt Brechts und Kurt Weills Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ statt. Die paradiesischen Zustände in Mahagonny – und nicht nur dort – gelten nur, solange man Geld hat. Federführend bei der Gründung von Mahagonny ist übrigens jene Witwe Leokadja Begbick, die auch in „Mann ist Mann“ eine tragende und wenig von traditionellen Moralvorstellungen beeinflusste Hauptrolle spielt. Brecht und Weill haben 1930 ihre Songs zu einer Art Revue zusammengefasst und dem Ganzen die Rubrik „epische Oper“ verpasst – neue Wege im Musiktheater waren das, noch heute sehens- und diskutierenswert.

Moderiert von Intendantin Juliane Votteler – die auch als Dramaturgin in die „Mahagonny“-Produktion involviert ist – stellen Regieteams und Mitwirkende am Sonntag die beiden Inszenierungen vor. Unter anderem geben Anna Maria Kaufmann, Stephen Owen, Christoper Busietta und Kerstin Descher musikalische Kostproben aus Brechts Oper.