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Freitag, 24.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Zeitzeugen­gespräch

Der Zeitzeuge und ehemalige KZ-Häftling Ernst Grube erzählt am Dienstag, 1. April im Zeughaus aus seiner Biografie und den Erlebnissen in der faschistischen Diktatur des Dritten Reiches.

Ernst Grube wurde 1932 in München geboren. Die Mutter war Jüdin, der Vater evangelischer Sozialist. Im „arisierten“ Wohnhaus in der Herzog-Max-Straße wird ihnen Wasser, Strom und Gas abgeschaltet. Dem Terror ausgesetzt und zum Verlassen der Wohnung gezwungen, bringen die Eltern die Kinder in das jüdische Kinderheim in der Antonienstraße in München-Schwabing. Die glückliche Zeit dort wird überschattet durch Maßnahmen der systematischen Ausgrenzung: Der Besuch von Schulen wird unmöglich gemacht; die Kinder müssen den gelben Stern tragen, die ersten Deportationen setzen ein. Die Nachbarskinder beschimpfen die Kleinen mit „Saujuden“ und bespucken sie. In April 1942 wird schließlich das Kinderheim aufgelöst. Die Kinder werden mit ihren Betreuerinnen in das Sammel- und Deportationslager Milbertshofen im Münchner Norden gebracht. Dann in die „Heimanlage für Juden“ in Berg am Laim. Diese wurde Frühjahr 1943 aufgelöst. 1945 wird er mit seinen beiden Geschwistern und seiner Mutter ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert.

Das Zeitzeugengespräch richtet sich vor allem an junge Menschen. In der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde besteht die einmalige Möglichkeit, sich mit einem der letzten noch lebenden Betroffenen über die Deportation und das menschenunwürdige NS-Regime auszutauschen.

Zeitzeugengespräch

1. April 2014, 18.30-21.00 Uhr

Zeughaus (Zeugplatz 4, Augsburg)

Raum 113 (Remshartzimmer)

Veranstalter: SOfA e.V. –

SchülerInnen Organisation für Augsburg