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Dienstag, 18.02.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Zehn Freunde müsst ihr sein!

Die „Freunde der Neuen Stadtbücherei“ sind eine illustre Gesellschaft

Von Siegfried Zagler

Vor genau einer Woche wurde ein neuer Verein, kaum war er gegründet, von Oberbürgermeister Kurt Gribl mit einem 10.000 Euro Scheck „ausgezeichnet“.

v.l.n.r. Edgar Mathe (WBG), OB Kurt Gribl, Klaus Döderlein (Vorsitzender des Vereins der Freunde der Neuen Stadtbücherei)

v.l.n.r. Edgar Mathe (WBG), OB Kurt Gribl, Klaus Döderlein (Vorsitzender des Vereins der Freunde der Neuen Stadtbücherei)


Das Geld kam von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (WBG), die im Herbst mit dem European Prime Property Award 2010 von der Union Investment Real Estate mit dieser Auszeichnung geehrt wurde. Edgar Mathe erhielt stellvertretend für die WBG diesen Preis für die Finanzierung der Neuen Stadtbücherei in Zeiten leerer Stadtsäckel. Auf Initiative von Gribl reichte die WBG die komplette Summe des Preisgeldes an den soeben gegründeten Verein „Freunde der Neuen Stadtbücherei“ weiter. Ein ungewöhnlicher Vorgang, der auch nach Gribls Ansprache bei der Preisverleihung nicht verständlicher wurde. Schaut man auf die Mitgliederliste des Vereins, stellt man fest, dass es sich um eine illustre Gesellschaft handelt, der man schlecht etwas abschlagen könnte, falls sie etwas fordern sollte.

Zehn hochkarätige Persönlichkeiten der Stadtgesellschaft haben sich zu einem Verein formiert, um die „Förderung des literarischen Lebens und der allgemeinen Bildungsarbeit in Augsburg, vornehmlich bei der Neuen Stadtbücherei Augsburg“ voranzutreiben. So steht es in der Satzung des Vereins, dessen bildungspolitisch ambitionierte und politisch einflussreiche Mitgliedschaft innerhalb der Stadtbücherei strukturbildend wirken könnte und nach außen hin obligatorische Etatkürzungen zu verhindern trachten könnte.

Eine starke Lanze für die Neue Stadtbücherei

Die in den letzten beiden Haushalten vorgenommenen Kürzungen wurden von Kulturreferent Peter Grab mit dem privaten Spendenaufkommen für die Stadtbücherei begründet. Helmut Bruckner soll sich seinerzeit ziemlich darüber geärgert haben, als der Etat im Haushalt 2009 für die Stadtbücherei genau um die Höhe der Summe seiner Spende gekürzt wurde. Bruckner unterstütze somit nicht die Neue Stadtbücherei, sondern die Sparvorgaben des Finanzreferenten. Nun ist er einer von den zehn Freunden, die – falls sie Freunde bleiben sollten – eine sehr starke Lanze für die Neue Stadtbücherei bilden werden.
Die zehn Freunde der Neuen Stadtbücherei:



Klaus Döderlein (1. Vors.), Rektor, Dr. Ulrich Hohoff (2. Vors.), Direktor der Uni-Bibliothek Augsburg, Juliane Votteler, Intendantin Theater Augsburg, Angelika Hofmockel, Leiterin der Hochschulbibliothek und Kurt Idrizovic, der mit seinem Bürgerbegehren für eine neue Stadtbücherei stellvertretend für die Bürgerschaft dem Vorstand des neuen Vereins angehört. Die Beisitzer sind ebenfalls nicht von Pappe: Rolf Settelmeier, Vorstandsvorsitzender Stadtsparkasse Augsburg, Prof. Dr. Kaspar Spinner, Universität Augsburg, Dr. Helmut Bruckner, Sprecher der Parkgaragen GmbH, Maximilian Hofmeister, Vize-Präsident Landgericht Augsburg und Manfred Lutzenberger, Leiter der Stadtbücherei Augsburg.