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Mittwoch, 26.02.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Wiederauferstehung: Jean Stein kommt zurück

Stadt genehmigt drei Konzerte im November „am alten Ort“ mitten in der Stadt

"Am alten Ort": offenes Wohnzimmer des Jean Stein

"Am alten Ort": offenes Wohnzimmer des Jean Stein


Geplant war, wie so oft im Leben, alles ganz anders. Die Szenekneipe „Jean Stein“ schloss Mitte Juli zum Bedauern Vieler, die sich in das alternative Milieugemisch aus Punk, Kunst und Musik in Verbindung mit preiswerter Wirtshauskultur verliebt hatten. Als happy end konnte man es damals immerhin ansehen, dass zwar die Kneipe dicht machte, dass die Initiatoren aber ihren Erfolg zumindest zum Teil in ein neues Projekt einbringen wollten: Jean-Stein-Konzerte sollte es schon bald in der neuen Ballonfabrik geben.

Ruhe ist Pflicht

Doch auch hier steckte der Teufel im Detail – und da steckt er noch immer, denn an der Austraße lassen sich nach wie vor noch keine Konzerte durchführen – das dauert noch ein bisschen. Doch manchmal kommt, wenn alles schief geht, auch was Gutes raus: Nun haben sich die Ex-Jean-Stein-Betreiber mit der Stadt auf „erstmal“ drei Konzerte im November geeinigt, die am alten Ort mitten in der Stadt (Kapuzinergasse 15) stattfinden dürfen. Zwischen den Zeilen der diesbezüglichen Pressemitteilung kann man allenfalls herauslesen, dass die Genehmigung mit gewissen Bedingungen verknüpft ist: „Wichtig ist dabei allerdings, dass sich die BesucherInnen im Außenbereich möglichst ruhig verhalten und nicht auf der Straße Krach machen, rumbrüllen o.ä. Wenn also die drei Abende ruhig ablaufen, sprich die Nachbarn keinen Anlass sehen, sich bei offizieller Stelle zu beschweren, dann besteht eine Chance für uns, zukünftig ein paar Mal im Monat Konzerte zu organisieren!“

Zum Auftakt gibt’s übermorgen, am Freitag, 19. November ab 21 Uhr, die „Princes Chameaux“ aus Frankreich. Die Prinzen seien „erfrischend jung, ungestüm, mitreißend und liefern regelmäßig sehr energievolle Konzerte ab“, wirbt die Jean-Stein-Website. Tags darauf, am Samstag, 20.11., folgt die russische Band „Dobrantoch“, die „mit zu den spannendsten Erscheinungen der russischen Ethno-Punk-Szene“ gehört. Und am darauf folgenden Wochenende endet die November-Trilogie mit einer weiteren französischen Band: „Les Fils du Teuhpu“ bringen eine angesagte Mischung aus Ska, Balkan, Rock und Südamerika (Freitag, 26.11.). Mehr zu Jean Stein und den Bands der beiden nächsten Wochenenden gibt’s unter www.jean-stein.de.

Wer hingeht, sollte die Bitte der Jean-Stein-Leute beachten: „Also kommt vorbei, habt eine Menge Spaß und geht gaaaaaanz leise wieder heim.“