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Freitag, 24.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Werner Hecht mit noch mehr Brecht

Buchpräsentation am 3. April im Theater Augsburg



„Neue Dokumente erzählen von Brechts listigem Widerstand gegen die SED-Büro­kratie. Er und Helene Weigel mussten um die Gründung des Berliner Ensembles kämpfen, der Herrnburger Bericht und die Oper Lukullus wurden verboten. Wie Werner Hechts Buch belegt, ließ sich Brecht auch durch die Faustus-Debatte und nach dem 17. Juni 1953 nicht auf SED-Linie bringen. Er kritisierte die von Partei- und Staats­funktionären ausgeübte Zensur und plädierte für die Eigen­verantwortung der Künstler.“ Mit diesen Sätzen bewirbt der Aufbau Verlag eine neue Buchver­öffent­lichung des Brechtexperten Werner Hecht. In Augsburg wird Hecht das Werk am 3. April im Foyer des Theaters vorstellen.

In „Brecht und die DDR – die Mühen der Ebenen“ vermittelt Hecht anhand bisher zum Teil unveröffentlichter Dokumente eine neue Sicht über die wechselseitigen Strategien von Vertretern der Partei- und Staatsmacht und des Schriftstellers, der sich in der DDR den Luxus einer eigenen Meinung erlaubte. Er will zeigen, welche Konflikte Brecht und seine Frau Helene Weigel nach der Rückkehr aus dem Exil ausfechten mussten, wie Funktionäre, Kritiker, Germanisten und Konkurrenten Brechts ästhetische und politische Standpunkte diskreditierten. Doch der ließ sich laut Hecht durch Zensur und Verbote nicht auf eine Linie einschwören, sondern übte sich in kreativem Widerstand gegen die SED-Bürokratie.

Musikalisch und mit Brecht-Texten wird Hechts Präsentation seines neuen Buches von der Schauspielerin Christel Peschek umrahmt. Sie war Mitglied des Augsburger Ensembles und hat auch eine CD mit Brecht-Texten veröffentlicht.

Die Mühen der Ebenen. Bertolt Brecht und die DDR. Buchpräsentation mit Dr. Werner Hecht (Berlin), Rezitation und Musik: Christel Peschke.

Donnerstag, 3. April, 19.30 Uhr, Theater Augsburg, Foyer.

Eintritt: 8,- Euro

Vorverkauf: Buchhandlung am Obstmarkt, Theater Augsburg.