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Dienstag, 23.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

WBG sichert durch MAN-Grundstückskauf günstige Mietpreise

Mit ihrer Wohnungsbaupolitik hält die Stadt Augsburg günstige Mietpreise für die Bewohner aufrecht. OB Kurt Gribl, MAN-Immobilien-Chef Georg Beil und WBG-Geschäftsführer Edgar Mathe erläuterten gestern ein Millionengeschäft im Rahmen des des sozialen Wohnungsbaus.

Die Verhandlungen um das Geschäft, bei dem 44.000 m2 Grundstücksfläche der MAN an die städtische Wohnungsbaugesellschaft verkauft wurden, waren zunächst ins Stocken geraten. Erst durch den Einsatz des OB als Mediator konnte ein fairer Kaufpreis gefunden werden. Im Juli 2009 floss schließlich der Barkaufwert in Höhe von 3,2 Mio. Euro. Das über ganz Lechhausen verteilte Areal ist von der WBG, die bereits im Besitz der Erbbaurechte war, mit rund 500 Wohnungen bebaut. Mehr als 1.000 Mieter sind dort zu Hause, nahezu ausschließlich ehemalige und aktive MAN-Mitarbeiter.

Trotz der für die WBG hohen Kaufsumme werde es für die Bewohner der Dr.-Otto-Meyer-Straße, Fraunhofer-, Seiderer-, Linke-Brand- und Derchinger Straße aus diesem Kauf keine Mieterhöhung geben, so Edgar Mathe. Der Mietpreis in der frisch sanierten Wohnanlage Dr.-Otto-Meyer-Straße 16-18, vor der gestern ein Pressetermin stattfand, beträgt 5,10 Euro/m2. Die WBG darf die nächsten 20 Jahre die Wohnungen nicht aufteilen und verkaufen. Diese „Fußfessel“, so Mathe, war eine der Bedingungen der MAN, dem Kaufpreis zuzustimmen.

Nur Gewinner

MAN-Immobilien-Chef Georg Beil blickte auf „harte, aber faire“ Verhandlungen mit WBG-Chef Mathe zurück. Die WBG war bereits in den Zeiten des Wirtschaftswunders in den 50ern ein verlässlicher Partner der MAN. Damals waren die Werkswohnungen ein Mittel, um die Mitarbeiter ans Unternehmen zu binden. Inzwischen haben sich die Zeiten gewandelt und die MAN trennt sich von Grundstücken, die nicht mehr dem engeren Unternehmenszweck dienen, so auch in Lechhausen.

OB Kurt Gribl sah gestern nur Gewinner: Die MAN, weil sie durch Verkauf und Mitarbeiterfürsorge ihrem unternehmerischen wie sozialorientierten Selbstverständnis gerecht geworden ist. Die WBG, weil sie ihr Vermögen mehren konnte und Grundlagen für die bessere Finanzierbarkeit energetischer Modernisierungen geschaffen hat. Und nicht zuletzt die tausend Lechhauser Bürger, die bei der WBG wohnen und „für alle Zukunft ein sicheres und erschwingliches Zuhause“ haben.

Das Schlusswort gehörte gestern dem Ehepaar Mühlberger, das seit 1979 in der Dr.-Otto-Meyer-Straße wohnt und sich stellvertretend für alle Mieter bei den Beteiligten bedankte. Wohnlich und schön sei alles geworden, „wie neu“, auch die Außenanlagen. „Wir fühlen uns alle sehr wohl“, so Gerhard Mühlberger.

Vor der Wohnanlage Dr.-Otto-Meyer-Straße: v.l. Gerhard Mühlberger, Katharina Mühlberger, OB Kurt Gribl, WBG-Geschäftsführer Edgar Mathe und MAN-Immobilien-Chef Georg Beil