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Freitag, 19.08.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

WBG erzielt Rekordergebnis

Den größten Wachstumssprung in ihrer 83-jährigen Geschichte konnte die städtische Wohnungsbaugesellschaft WBG im vergangenen Jahr verzeichnen. OB Kurt Gribl und Geschäftsführer Edgar Mathe stellten gestern die Bilanz 2009 und den Perspektivbericht 2010 vor.

Die WBG ist ein 100%-iges Beteiligungsunternehmen der Stadt Augsburg. Ihre Kernaufgabe ist der soziale Wohnungsbau und die Stadtentwicklung. Darüber hinaus realisiert die WBG mit ihrer Tochter AGS Sonderprojekte wie die Messehalle, die Neue Stadtbücherei, Kongresshalle und Eisstadion.

Die Bilanzsumme beträgt im Jahr 2009 voraussichtlich € 383 Mio. Euro und damit 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit verzeichnet die WBG den größten Wachstumssprung in ihrer Geschichte. Die Zunahme des Bilanzvolumens um 20 Mio. Euro resultiert aus drei Großinvestitionen: in Lechhausen wurden Erbbaurechtsgrundstücke der MAN übernommen, im Herrenbach und im Hochfeld fanden Quartiersmodernisierungen im großen Stil statt.

Entwicklung der Bilanzsummen der WBG

Bezahlbare Mieten

10.000 Wohnungen hat die WBG im Bestand, von denen im Jahr 2009 nur 20 leer standen. Die Wohnzufriedenheit der Mieter war hoch, die Fluktuation mit 8 Prozent gering: nur 800 Wohnungen mussten neu vermietet werden. Die Zahl der Bewerber war sechsmal so hoch. Mieter wohnen durchschnittlich 12 Jahre bei der WBG. Mit 4,57 Euro/m2 bezahlen sie derzeit rund 2,40 Euro weniger als die in Augsburg ortsübliche Vergleichsmiete und nur 7 Cent mehr als im Vorjahr. Dazu kommen 1,32 Euro Betriebs- und 1 Euro Heizkosten.

Wohnanlage in der Elisabethstraße in Lechhausen - Bild: WBG

Wohnanlage in der Elisabethstraße in Lechhausen - Bild: WBG


Schwerpunkt der wohnungswirtschaftlichen Tätigkeit der WBG war im Jahr 2009 die energetische und barrierefreie Erneuerung ihres Hausbesitzes. Verglichen mit anderen Städten liegt die WBG beim Erreichen der Klimaziele weit vorn. Dies habe selbst der Grüne Tübinger Bürgermeister Boris Palmer auf dem Neujahrsempfang der Augsburger Grünen eingeräumt, so Kurt Gribl und Edgar Mathe. In den nächsten fünf Jahren will man den Energieverbrauch bei allen Wohnungen im Schnitt unter die Grenze von 10 Litern im Jahr je m2 Wohnfläche bringen. Ein ehrgeiziges Ziel, da 80 Prozent des Hausbesitzes der WBG vor 1978 gebaut wurde, mit typischen Verbräuchen von 15 bis 22 Litern pro m2.

Antizyklisch in der Krise

Der Jahresüberschuss 2009 der WBG betrug knapp 1 Mio. Euro, zusätzlich erfolgten vorzeitige Darlehensrückzahlungen an die Stadt in Höhe von 3,6 Mio. Euro. Die regionale Handwerkerschaft konnte mit einem Auftragsvolumen von insgesamt 49 Mio. Euro bedient werden, 45 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit diesem antizyklischen Verhalten war die WBG eine wichtige Stütze für die heimische Wirtschaft.

Sorgen machen Edgar Mathe Mietrückstände und Mietausfälle. Hier wirke sich die Wirtschaftskrise bei der eher im unteren Einkommensbereich angesiedelten WBG-Klientel überproportional aus, so der WBG-Geschäftsführer. Mietausfälle und die Kosten der „Mietpflege“, d.h. der Renovierung geräumter Wohnungen, summierten sich auf 1.060.000,- Euro, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Trotzdem wolle man bei Neuvermietungen weiterhin keine „Risikogruppen“ ausgrenzen.

Energetische Sanierung geht weiter

2010 will die WBG 438 Wohnungen in sechs Stadtteilen energetisch sanieren. Zusammen mit dem Bauunterhalt werden voraussichtlich Aufträge für 34,0 Mio. Euro an die regionale Bauwirtschaft vergeben. 200 Wohnungen befinden sich im Hochfeld, der Rest verteilt sich auf Herrenbach, Lechhausen, Kriegshaber, Hochzoll und Pfersee. Abgerundet werden die wohnungswirtschaftlichen Investitionen durch den Bau von Solarstromanlagen auf 12 Wohnanlagen. Mit der Leistung von fast einem Megawatt können 500 Wohnungen mit Strom versorgt werden.