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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Versunkene Staaten, verschwundene Welten: Dreiländereck im Siebentischwald

Wer versunkene Kulturen und untergegangene Staaten betreten möchte, muss nicht nach Peru – Machu Picchu gibt es auch im Siebentischwald

Augsburger Geheimnisse

Augsburger Geheimnisse: Wiederentdeckter Grenzstein vom Jahr 1505 mit dem bayerischen Wappen  Foto (c) Ruth Plössel/Stadt Augsburg 


Das Heilige Römische Reich bestand vom Mittelalter bis zum Jahr 1806 aus rund 300 deutschen Staaten. Einer der kleinsten war das Reichsstift St. Ulrich und Afra. Dieser Mini-Staat umfasste nur die rund 13 Quadratkilometer der heutigen Gemarkung Haunstetten. Hier regierten die Äbte von St. Ulrich und Afra. Sie übten die Steuerhoheit und die niedere Gerichtsbarkeit aus, wobei den Haunstettern ein gewisses Maß an Selbstverwaltung zugestanden wurde.

Die Territorien des Reichsstiftes St. Ulrich und Afra, der Freien Reichsstadt Augsburg und des Herzogtums bzw. Kurfürstentums Bayern trafen zwischen Haunstetten und Siebenbrunn aufeinander. Rund um das ehemalige Dreiländereck im Siebentischwald findet man bis heute ein imposantes Ensemble von Grenzsteinen aus vier Jahrhunderten. Sie zeugen von den fortwährenden Streitigkeiten in diesem Gebiet, welches für die Freie Reichsstadt Augsburg wegen ihrer Wasserversorgung von enormer Bedeutung war.

Das altbayerische Territorium westlich vom Lech rührte daher, dass hier der Fluss im frühen Mittelalter ein bis zwei Kilometer weiter westlich verlief. Die denkmalgeschützten Grenzsteine und weitere historische „Grenzspuren“ aus dem 16. bis 19. Jahrhundert werden am Sonntag, den 25. Februar bei einem zweistündigen Spaziergang „Auf den Spuren einstiger Staatsgrenzen“ vorgestellt. Diese gemeinsame Führung des Geodatenamtes, der Forstverwaltung und des Kulturkreises Haunstetten beginnt um 14 Uhr bei der Gaststätte Jägerhaus in Siebenbrunn.

Dabei ist auch Thomas Pfundner, der Grenzstein-Experte und Buchautor. Der Pfarrer aus Holzschwang bei Neu-Ulm wird am Mittwoch, den 21. Februar (19 Uhr) im Stadtarchiv zum Thema „Historische Grenzsteine in und um Augsburg“ referieren.

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