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Dienstag, 03.02.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

VCD Augsburg lehnt Bürgerbegehren zum Tramring ab

Der VCD Kreisverband Augsburg spricht sich gegen das geplante Bürger­begehren für einen Straßenbahn-Ring um die Altstadt aus. Die vorge­schlagene Ringlösung sei aus verkehrs­fachlicher Sicht schädlich für das bestehende Straßen­bahn­netz, erklärt der Verband.

Von Bruno Stubenrauch

Tram oder nicht Tram, das ist hier die Frage –
Leonhardsberg mit noch 4 MIV-Spuren (Foto: DAZ)

Besonders kritisch sieht der VCD die mögliche Schwächung der zentralen Straßen­bahn­achse durch die Maximilian­straße. Diese sei für kurze, direkte und betrieblich stabile Ver­bindungen unver­zichtbar und könne nicht durch längere Umweg­führungen ersetzt werden. Auch für Fahrgäste sowie für Handel und Gastro­nomie in der Innenstadt hätte eine Verlagerung von Linien Nachteile. Die Straßen­bahn sei ein wichtiger Frequenz­bringer und lebe von ihrer zentrums­nahen Führung.

Teuer, unzuverlässig, unattraktiv

Zwar hält der VCD zusätzliche Ost-West-Verbindungen für sinnvoll, jedoch nur als Ergänzung und nicht als Ersatz der direkten Innen­stadt­anbindung. Ein Tramring, etwa um die Jakober­vorstadt, wäre nach Ein­schätzung des Verbands teuer, unzuver­lässig und für viele Fahrgäste un­attraktiv. Zudem sei eine solche Strecke ohne eigenen Bahnkörper kaum förderfähig.

Der VCD Augsburg ist der Kreisverband des öko­lo­gischen Verkehrs­clubs Deutschland. Der Verein setzt sich für eine nach­haltige, umwelt- und stadt­ver­träg­liche Mobilität ein und engagiert sich unter anderem für die Förderung des öffent­lichen Nah­verkehrs, des Rad- und Fußverkehrs sowie für eine Verkehrs­politik mit Schwer­punkt Klima­schutz und Lebens­qualität.


Das will das Bürgerbegehren

Grafik:
Tram-Ring natürlich – Herz-OP für die Tram, Unterseite „Hintergrund“ , Ausschnitt aus der Planungsskizze „Ost-West-Achse Innenstadt“ (PDF, 10 MB)

Durch die 1,3 km lange Trasse A1 „Rotes Tor – Vogeltor – Jakobertor“ auf der Ostseite der Altstadt wird das Netz zu einem Ring geschlossen. Damit wird der stern­förmig ange­legte Kö ent­lastet. Die City Galerie ist durch den schienen­ge­bun­denen ÖPNV er­reich­bar. Die Spange erübrigt zudem die Betriebs­an­lagen in der Maxi­milian­straße.

Durch die 0,6 km lange Trasse A2 wird eine direkte Ver­bin­dung „Theater – Karlstraße – Jakobertor“ er­mög­licht. Über diese Gleise ist ein alter­na­tiver Betrieb bei Ver­an­stal­tungen auf dem Ab­schnitt Fuß­gänger­zone bis Rathaus­platz möglich. Ein teurer und unkom­for­tabler Ersatz­verkehr durch Busse kann entfallen.