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Montag, 06.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Trotz Haushaltskrise: Stadt will Baufamilien fördern

Trotz angespannter Haushaltslage will die Stadt bauwillige Familien durch den Verkauf von begünstigtem Wohnbauland unterstützen. Die Beschlussvorlage, die heute im Liegenschaftsausschuss beraten wird, geht auf einen SPD-Antrag zurück.

24 baureife Wohnbaugrundstücke mit einer Gesamtfläche von knapp 9.000 m2 will die Stadt verbilligt zur Verfügung stellen, 15 Prozent Nachlass auf die aktuellen Bodenwerte, die zwischen 250 und 290 Euro pro Quadratmeter liegen, sind beabsichtigt. Damit verzichtet die Stadt auf 355.000 Euro Einnahmen aus ihren Grundstücksverkäufen, im Schnitt auf 15.000 Euro pro Grundstück. Bei dem begünstigten Bauland handelt es sich um 11 Grundstücke im Baugebiet Ellgauer Weg, 8 Grundstücke im Baugebiet Feuerdornweg und fünf Grundstücke im Baugebiet Kurt-Schumacher-Straße.

Baugebiet Ellgauer Weg – Karte: OpenStreetMap

Gemäß Wohnraumförderungsgesetz können insbesondere Familien und alleinerziehende Elternteile mit mindestens einem Kind gefördert werden. Die Erwerber der begünstigten Grundstücke müssen spätestens nach zwei Jahren mit dem Bau ihres Eigenheims beginnen und die Fertigstellung binnen drei Jahren ab Baubeginn nachweisen. Wer innerhalb von 15 Jahren wieder verkauft, muss die Förderung zurückgeben. In den Genuss der Vergünstigung sollen Paare mit einem Kind bis zu einem Jahreseinkommen von 53.000 Euro, mit zwei Kindern bis 63.000 Euro und mit drei Kindern bis 74.000 Euro kommen.

Passivhausbauweise wird belohnt

Mit dem Angebot an die bauwilligen Familien wird dem sozialen Fördergedanken eines SPD-Antrags vom 21. September 2009 Rechnung getragen, der einen Nachlass beim Erwerb städtischer Grundstücke von 3.000 Euro je Kind vorschlug. Zusätzlich beantragte die SPD Nachlässe für besonders energiesparende Bauweisen, insbesondere 6.000 Euro bei Erstellung eines Passivhauses durch die Bauwilligen.

Auch dieser Forderung trägt die heutige Beschlussvorlage im Ausschuss Rechnung: Vorgesehen ist ein weiterer Abschlag von 5 Prozent auf den Grundstückspreis, wenn Bauwerber ihr Domizil im Passivhausstandard errichten. Mit dem zusätzlichen Rabatt lassen sich bereits bis zu 50% der Mehraufwendungen für die extrem energiesparende Bauweise abdecken. Passivhäuser verbrauchen nur ein Fünftel der Heizenergie eines Gebäudes, das der heutigen Energieeinsparverordnung entspricht.

Foto: I. Nielson