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Samstag, 18.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Theatersanierung: Werkausschuss setzt ein Zeichen

Kulturreferent Peter Grab hat die Förderzusage des Freistaates in Sachen Theatersanierung als Auftrag an die Stadtregierung interpretiert, die Sanierung des Theaters politisch schnellstmöglich in trockene Tücher zu bringen. Der Werkausschuss folgte dem Ansinnen und verabschiedete am Montag einen Grundsatzbeschluss, der am heutigen Donnerstag dem Stadtrat vorgelegt wird.

Nach dem Willen der Stadträte ab 2014 Wirklichkeit: Baustelle Theater

„Die Verwaltung wird beauftragt, die Sanierung des Theater Augsburgs auf der Basis der Studie zur Neukonzeption Theater Augsburg vom 11.12.2009 zeitnah in folgenden Realisierungsabschnitten anzugehen, soweit die weitergehenden Fachplanungen nicht andere Vorgehensweisen nötig werden lassen“, so der Auftrag des Ausschusses an die Verwaltung. Die insgesamt 89 Millionen Euro Sanierung soll in drei Etappen über die Bühne gehen: 2014 bis 2018: Großes Haus, Kosten 27 Millionen; 2018 bis 2019: Freilichtbühne, Kosten 7 Millionen; 2018/19 bis 2028: Neubau Betriebsstätten, Kosten 55 Millionen Euro.

„Die Zusage des Freistaats ist eine längst fällige Wiedergutmachung“

In der eineinhalbstündigen Debatte, die diesem Beschluss vorausging, wurde „etwas Gutes mit allgemeinen Bedenken unterlegt“, so Stadtrat Theo Gandenheimer (CSU). Rolf Harzmann (Pro Augsburg) bezeichnete die Aussprache herabstufend als einen typischen „Ja-aber-Augsburg-Jubel“, um sich sogleich daran zu beteiligen. Die Zusage des Freistaates sei eine längst fällige Wiedergutmachung als Folge von vielen Versäumnissen, so Harzmann. Die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Verena von Mutius bekrittelte, dass die Stadtregierung viel Zeit vertändelte, als noch Geld im Stadtsäckel war und beteiligte sich eher zurückhaltend an der Debatte, schob aber am gestrigen Mittwoch eine Pressemitteilung nach: Mit der Zusage einer 45-prozentigen Förderungsbeteiligung habe sich der Freistaat nach Auffassung der Grünen Stadtratsfraktion „angemessen an der Sanierung des Theaters Augsburg beteiligt.“

„Man muss einsteigen, bevor man losfährt“

Mit dieser Zusage sei aber noch kein einziges Problem gelöst. Die Stadtregierung müsste sofort anfangen, ein schlüssiges Konzept für die Sanierungsarbeiten und auch für die Finanzierung des Eigenanteils von zirka 55 Millionen in vierzehn Jahren zu erarbeiten, so Verena von Mutius, die darüber hinaus in der Pressemitteilung die Auffassung vertritt, dass außer einer „Absichtserklärung“ noch nichts geschehen sei. „Nun müssen konkrete Schritte folgen“, so von Mutius, die neben einem detaillierten Bau- und Finanzplan auch die Bereitstellung von Planungsmitteln erwartet und einfordert, „damit tatsächlich auch im Jahr 2014 angefangen werden kann.“ Man habe nur ein Fenster geöffnet, die Tür sei noch zu, aber immerhin komme frische Luft rein, so Rose-Marie Kranzfelder-Poth am Montag im Werkausschuss. Bernd Kränzle und Andreas Jäckel (beide CSU) wollten den Beschluss als klares Ja gegenüber der Staatsregierung verstanden wissen. „Man muss einsteigen bevor man losfährt“, so Jäckel, „und es muss bei diesem Beschluss drüberstehen, dass der Ausschuss in die Theatersanierung einsteigt.“ Die Beschlussvorlage wurde einstimmig angenommen.