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Mittwoch, 17.08.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Theatersanierung: Kostenkorridor auf 340 Millionen erhöht – Fertigstellung dauert länger

Am gestrigen Abend präsentierte die Stadt Augsburg einen Zwischenstand bei der Theatersanierung: Sie wird länger dauern und teurer werden als bisher geschätzt

Foto: Stadt Augsburg

Die Theatersanierung war 2016 mit geschätzten Kosten von 186,3 Millionen Euro vom Augsburger Stadtrat beschlossen worden. Bereits damals sagten Sanierungskritiker aus der Bürgerschaft, dass man mit dieser Schätzung nicht weit kommen würde. Die hohen Kosten im Verhältnis zu den haushalterischen Möglichkeiten der Stadt provozierten, zwei Bürgerbegehren gegen die kreditfinanzierteAugsburger  Theatersanierung. Beide Bürgerbegehren scheiterten.

Die Sanierungsverhältnisse bezüglich der Gesamtkosten und der Bauzeit verschlechtern sich dagegen weiter:  Das Große Haus könnte Ende 2027 fertig saniert sein, die Neubauten ein Jahr später, so Baureferent Gerd Merkle in einer Informationsveranstaltung für Stadträte zu der auch Theaterleute und die Medien geladen waren. Der geschätzte Kostenrahmen wurde seitens der Stadt von 321 auf 340 Millionen gedehnt. Dass es nun ein Jahr länger dauere als ursprünglich geplant, liege daran, dass es beim Großen Haus Verzögerungen mit einem Fachplanungs-Büro gegeben habe, so Merkle.

Die Stadt schätzt aktuell, beim Großen Haus am Ende bei 180 Millionen Euro anzukommen, beim Bauteil II (Neubauten) ist das obere Drittel der Fahnenstange im Blick, dessen Ende bei maximal 175 Millionen Euro liegt, falls es tatsächlich 2028 fertig gestellt werden sollte. Addiert man die beiden Maximalschätzungen landen die Gesamtkosten bei 355 Millionen Euro.

Die sanierungsbedürftige Freilichtbühne gehört nicht zu dieser Sanierungsplanung. In der kommenden Juni-Sitzung soll der Augsburger Stadtrat über den Projektbeschluss zum Bauteil II und somit ein weiteres Mal über das Gesamtprojekt abstimmen. Kurz nach der Informationsveranstaltung verschickte die Regierungskoalition eine Pressemitteilung mit der Botschaft, dass die CSU und die Grünen weiterhin zur Theatersanierung stehen.