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Donnerstag, 23.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Theatersanierung: Keine Annäherung zwischen Kritikern und Stadt

Die Kritiker der Theatersanierung und die Stadtspitze trafen sich gestern zum zweiten Mal zu einem unverbindlichen Informationsaustausch.

Die Forderungen der Sanierungskritiker: Liegt ein Bürgerbegehren in der Luft?

Die Forderungen der Sanierungskritiker: Liegt ein Bürgerbegehren in der Luft?


Bei einem weiteren Gesprächstermin haben Oberbürgermeister Kurt Gribl, Kulturreferent Thomas Weitzel und Baureferent Gerd Merkle am Montagabend mit Vertretern der Kritiker der Theatersanierung die Vorgehensweise eines Diaologprozesses „Theaterlandschaft Augsburg“ diskutiert. Dabei machte die Stadt den Anwesenden das Angebot, ihre Vorstellungen und Forderungen zu äußern. Einigkeit besteht darin, dass Bürgerbeteiligung, Stadtteilgespräche sowie eine externe professionelle Moderation und Konzeption dieses Prozesses gewünscht sind. Auch Expertentagungen sind Teil des Dialogprozesses. Dieser soll im Oktober 2015 gestartet werden.

“Kontroverse Auffassungen bestehen in der Frage eines Planungsstopps für das Große Haus. Baureferent Gerd Merkle wies dabei deutlich darauf hin, „dass Denkmalschutz, Statik, Barrierefreiheit und Brandschutz nicht verhandelbar sind und das inhaltliche Konzept für das Theater auch nicht berühren.“ – Da auch der Kulturbeirat, der Stadtjugendring (SJR), Vertreter der freien Theaterszene und weitere Kulturschaffende bereits ihre Teilnahme am Prozess zugesagt und an einem ersten Arbeitstreffen am 3. Juli teilgenommen haben, soll jetzt gemeinschaftlich und transparent an der inhaltlichen Gestaltung des Theaters der Zukunft gearbeitet werden. Kulturreferent Thomas Weitzel ist davon überzeugt, „dass es gelingen wird, den Dialogprozess mit der ganzen Stadtgesellschaft zu führen.“ So der O-Ton einer Presseerklärung der Stadt.

Von den Kritikern der Theatersanierung wurde das Gespräch anders bewertet. Die Stadt zeige sich nicht beweglich und beharre auf den von ihr voreilig auf den Weg gebrachten “Dialogprozess”, der wohl wenig mit einem qualifizierten Bürgerbeteiligungsverfahren, wie er der Initiative vorschwebt, zu tun habe. Nach Auffassung der Unterzeichner sei der Denkmalschutz verhandelbar und selbstverständlich müsse zuerst über die Nutzungsformen des Hauses Einigkeit bestehen, bevor man die Sanierung durchführt. “Ohne Planungsstopp wird ein Bürgerbeteiligungsverfahren vom Ergebnis her durchgeführt, weshalb ohne Planungsstopp kein ergebnisoffener Prozess möglich wäre”, wie es aus dem Kreis der Sanierungskritiker hieß. Am heutigen Dienstagabend werden die Theatersanierungskritiker auf einer Pressekonferenz zu ihren Forderungen Stellung beziehen.