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Donnerstag, 21.10.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Theatersanierung: 12000 Unterschriften für städtische Planung

Mit der letzten Vorstellung im Großen Haus des Augsburger Stadttheaters wurde aus Sicht von Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl mit der Abgabe von zirka 12.000 Unterschriften ein starkes Signal aus der Bürgerschaft gegeben, die städtische Planung weiter zu verfolgen. Die Theaterkritiker, die einen Bürgerentscheid anstreben, um die von der Stadt geplante Sanierung zu stoppen, bewerten diesen Vorgang anders.



Für die von der Stadt geplanten Theatersanierung hat die Initiative “theatermodern” in zehn Monaten über 12.000 Unterschriften gesammelt und nach dem Vorhang der letzten Vorstellung an Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl im Theater-Foyer übergeben. „Diese Unterschriften sind nicht nur ein klares Bekenntnis aus der Stadtgesellschaft zur Theatersanierung. Sie sind auch eine deutliche Aufforderung an die politische Seite, die Förderzusage von 107 Millionen Euro durch den Freistaat zu nutzen und jetzt endlich mit der Sanierung zu beginnen“, so OB Dr. Gribl in einer städtischen Pressemitteilung vom gestrigen Sonntag.

Wie Kurt Gribl hervorhob, arbeite die Stadt täglich konsequent an den vorbereitenden Planungen für die Sanierung. Dabei müsse klar sein, dass diese Planung täglich Kosten verursache: „Es ist Geld, das die Bürger bezahlen. Daher sage ich deutlich an die Adresse der Sanierungskritiker: Es ist Zeit für klare Verhältnisse. Eine zeitliche Hängepartie schadet dem geplanten Vorhaben und damit in erster Linie dem Theater selbst“, so Gribl, der darüber hinaus einen Appell zur Mitarbeit an die Theaterkritiker richtete: „Es gibt viele Möglichkeiten, miteinander an diesem Ziel zu arbeiten. Vorausgesetzt, die starre Anti-Haltung hat ein Ende. Dafür wäre jetzt ein guter Zeitpunkt“, so OB Dr. Gribl.

Dr. Gribl vertritt außerdem die Auffassung, dass der von den Theaterkritikern eingeforderte Bürgerbeteiligungsprozess wichtige Erkenntnisse für die Zukunft der Augsburger Theaterlandschaft gebracht habe. „Die wichtigste ist, dass viele Bürgerinnen und Bürger an ‚ihrem‘ Theater als selbstverständliche Einrichtung in einer Kulturstadt wie Augsburg auch in Zukunft festhalten wollen.“

Die von OB Gribl angesprochenen Theaterkritiker reagierten irritiert und verständnislos. Auf Anfrage erklärte Kurt Idrizovic, dass sich die “Initiative kulturelle Stadtentwicklung” bereits differenziert zu den Ergebnissen des Bürgerbeteiligungsprozesses positioniert habe. „Im gesamten Beteiligungsprozess fehlen entscheidende Dinge, wie zum Beispiel die Kosten der Sanierung, aber auch eine statistische Untersuchung, welches Publikums das Theater überhaupt besucht”, so Idrizovic, der für den morgigen Dienstag eine Presseerklärung der Theaterkritiker ankündigte. Die Frage, wie viele Unterschriften denn nun bereits von der Initiative gesammelt wurden, wollte Idrizovic der DAZ allerdings nicht beantworten: „Die Signale, die wir von unseren Sammlern erhalten, sind jedenfalls mehr als stark. Ich bin sicher, dass wir unser Ziel noch vor der Sommerpause erreichen.“