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Dienstag, 25.02.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Theater: „Wirtschaftsplan ein Märchenbuch“

Die Fraktionsvorsitzende der Neuen Christlich Sozialen Mitte (NCSM) Claudia Eberle bezog gestern zum Wirtschaftsplan 2012/2013 des Augsburger Stadttheaters Stellung.

Claudia Eberle

Claudia Eberle


Eberle legte in einer Pressemitteilung Wert auf den Sachverhalt, dass sie als einzige Stadträtin dem „Märchenbuch“ die Zustimmung verweigert hat, da die vom Freistaat eingebuchte Zusage für einen um 500.000 Euro erhöhten Betriebskostenzuschuss dem Freistaat nicht bekannt sei. „Dem in der Sitzung nachgebesserten Wirtschaftsplan stimmte die neue CSM Fraktion im gesamten (mit Änderungsantrag der SPD, dass der Bauunterhalt nicht gekürzt wird und stattdessen der städtische Zuschuss erhöht werden soll) nicht zu, weil er unrealistisch in den Einnahmeansätzen ist und somit erneut das Defizit des Theaters Augsburg erhöht, das die Stadt nach fünf Jahren ausgleichen muss“, so Eberle, die ein Prinzip formulierte, das in einer skandalösen Werkausschusssitzung am vergangenen Dienstag missachtet wurde: „Schattenhaushalte werden von der CSM-Fraktion nicht mit getragen“.

„Das Geld ist nicht da“

Inzwischen war aus dem Kunstministerium zu erfahren, dass das Ansinnen des Stadttheaters eine Luftbuchung war, die der Werkausschuss sehenden Auges goutierte: „Das Geld ist nicht da“, so die unmissverständliche Botschaft aus dem Staatsministerium, das den Betriebskostenzuschuss für das Augsburger Stadttheater bereits für die vergangene Spielzeit um 1,6 Millionen Euro von 5,8 Millionen auf 7,4 Millionen erhöht hatte. Dabei soll es auch bleiben.

Nichts Neues gibt es auch in Sachen „Führungskrise“ beim Stadttheater. Weder vom OB-Referat noch vom Ältestenrat, der sich der Thematik angenommen hat, ist derzeit Näheres zu erfahren. Intendantin Juliane Votteler sei bis 12. September nicht erreichbar. „Es handelt sich um eine Personalangelegenheit, die nicht in der Öffentlichkeit diskutiert wird“, so wird Oberbürgermeister Kurt Gribl in der Augsburger Allgemeinen zitiert.