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Donnerstag, 16.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Theater: SPD will Führungsstruktur diskutieren

Die Augsburger SPD bewertet die personelle und strukturelle Entwicklung des Augsburger Stadttheaters kritisch und hat einen Bericht des Oberbürgermeister und des Kulturreferenten im Werkausschuss beantragt.

Karl-Heinz Schneider

Karl-Heinz Schneider


Der Weggang von Schauspieldirektor Markus Trabusch, aber auch vieler angesehener Schauspieler sei ein schwerer Verlust für das Augsburger Stadttheaters, so SPD-Stadtrat Karl-Heinz Schneider, der offensichtlich eine Strukturdebatte in Sachen Stadttheater anstrebt. Hintergrund der heutigen Pressemitteilung der SPD-Stadtratsfraktion ist der Umstand, dass Trabusch das Theater zum Sommer 2014 verlässt. „Dabei stellt sich die Frage, ob die öffentliche Begründung für die Reduzierung der Führungsebene gewünschte „Verflachung der Hierarchien“ für den weiteren Theaterbetrieb richtig ist“, so Schneider, bei dem sich der Eindruck verfestigt hat, dass sich das seit 2007 beschäftigte Führungspersonal bewährt habe. Schneider sieht auch die bisherige Struktur, die vorsah, dass jede Sparte von einer „Leitungsperson“ unterhalb der Intendanz geführt wurde, als bewährt an.



Votteler hat das Theater auf ein hohes künstlerisches Niveau geführt


Juliane Votteler in der DAZ-Zange

Juliane Votteler in der DAZ-Zange


Vor dem Hintergrund der anstehenden Theatersanierung sei diese Entwicklung skeptisch zu betrachten, so Schneider, dessen Fraktion einen Bericht von Oberbürgermeister Kurt Gribl und Kulturreferent Peter Grab beantragt hat. „Seit 2007 ist Intendantin Juliane Votteler im Amt, seitdem sind zwei in vielerlei Hinsicht entgegengesetzte Entwicklungen zu erkennen: Zum einen hat das künstlerische Niveau bislang kaum gekannte Höhen erreicht (…). Zum anderen aber wandert eine Führungskraft nach der anderen ab“, so die Süddeutsche Zeitung im Oktober. Schauspieldirektor Trabusch ist nach dem Generalmusikdirektor und der Operndirektorin bereits die dritte Führungskraft, die in diesem Jahr ihren Abschied verkündete. Intendantin Juliane Votteler will die Stelle des Schauspieldirektors nicht neu besetzen. Sie betrachtet den Weggang als „Chance, die Leitungsstruktur zu verändern“, die Hierarchien im Haus zu verflachen und mehr Mitarbeiter stärker einzubeziehen. Ihr Ziel dabei: den Etat der einzelnen Sparten, der bisher streng getrennt war, aufzulösen und mehr Gemeinschaftsproduktionen zu machen. Als leuchtendes Beispiel könnte dabei „Intolleranza 1960“ dienen. Auch wolle Votteler verstärkt auf Koproduktionen setzen.

Zur Vorstellung des Spielplans 2014/15 im März werde sie ein Konzept vorlegen. Die Stellen des Generalmusikdirektors und des Operndirektors werden neu besetzt.