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DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Theater Augsburg: „Spielfeld performativer und politischer Auseinandersetzung“

André Bücker startete in seiner ersten Saison neue Projekte und Kooperationen; die selbstreferenzielle Bewertung des Augsburger Theaters fällt – wenig überraschend – positiv aus, während es zugleich – einigermaßen überraschend – Kritik von der Stadtspitze gibt.

Herz aus Gold – Foto: Jan-Pieter Fuhr

Oberbürgermeister Kurt Gribl zeigte sich verschnupft über Bückers „Neuausrichtung der Sponsorenstrategie“ sowie über die Kommunikation bezüglich der Zuschauerzahlen in Sachen Musical auf der Freilichtbühne. Ebenfalls wenig glücklich, nicht nur aus OB-Sicht, ist die Aussage Bückers, dass er der Stadt zu seinem Amtsantritt das Fugger-Musical geschenkt habe.

Mit der Verpflichtung von André Bücker hat die Stadt Augsburg für die Interimspielzeiten, die wohl bis 2023 andauern werden, etwas bestellt, das unter der Ägide von Juliane Votteler nicht richtig in Schwung kam: die Öffnung des Theaters. Und Bücker hat geliefert. Mit der Übernahme der Intendanz des Theater Augsburg durch André Bücker in der Spielzeit 2017/18 wurde der Bereich der Theaterpädagogik mit der Schaffung einer zusätzlichen Stelle stärker gewichtet und die interkulturelle, interdisziplinäre Plattform Plan A ins Leben gerufen. Im Sinne einer »Öffnung zur Stadtgesellschaft« entstanden zahlreiche Projekte und Kooperationen mit Künstlern und Institutionen.

„Die Theaterpädagoginnen Nicoletta Kindermann und Imme Heiligendorff legen den Fokus ihrer kulturellen Bildungsarbeit auf Vermittlungsformate für alle Sparten des Hauses, die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Theater, partizipative Projekte sowie auf die Öffnung des Theaters zur Stadtgesellschaft“, wie es in einem Statement der Theaterleitung heißt. Hierzu zählten auch außerschulisch-partizipative Formate und Kooperationen wie beispielsweise »Ballroomdance. The Show«, das »Migrationsprojekt für Schwaben« oder das breitgefächerten Workshop-Programm »Theater als Expedition«.

Thomas Weitzel, Kurt Gribl, Andre Bücker (v.l.) Foto: (c) DAZ

Mit der interdisziplinär und interkulturell ausgerichteten Plattform Plan A unter der Federführung von Hausregisseurin Nicole Schneiderbauer sieht das Theater Augsburg in der Spielzeit 2017/18 „ein Spielfeld performativer und politischer Auseinandersetzung eröffnet“. In vielfältigen Kooperationen und an unterschiedlichen Orten stelle sich Plan A den Fragen unserer Zeit und schaffe dabei Begegnungen zwischen Kunst, Wissenschaft und den Menschen der Metropolregion Augsburg. Mit erfolgreichen Produktionen und Kooperationen wie dem performativen Theateressay »Solvejg. Mon Amour«, dem türkischen Gastspiel »Gesichter Anatoliens« oder »Grandhotel meets Theater« habe die Plattform einen erheblichen Beitrag zur Öffnung des Theaters geleistet „und kooperierte dabei mit Akteuren der Stadtgesellschaft sowie der Freien Szene“, wie es im Theaterstatement weiter heißt.

Weitere Kooperationen, Formate und Gastspiele des Theater Augsburg wie das Stadtraumformat des »Tatort Augsburg«, der künstlerische Adventskalender oder die Theaterpredigten zeigten ebenfalls die große Bereitschaft der Intendanz Bücker an, das Theater für ein breiteres Spektrum der Stadtgesellschaft zu öffnen.

Auch in der folgenden Staatstheatersaison sind integrative Formate Bestandteil des Spielplans, wie Intendant André Bücker hervorhebt: „Die Öffnung des Theaters zur Stadtgesellschaft war und ist in Augsburg ein wichtiges Anliegen. Wir haben uns in dieser Spielzeit dieser Herausforderung umfassend und vielschichtig gestellt. Das beweist diese Bilanz. Ich bin sehr glücklich über die Vielfalt der Kooperationen. Wir haben in der Stadt großartige Partner gefunden, mit denen wir die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren vertiefen werden.“



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