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Samstag, 24.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Tarifabschlüsse belasten Klinikum mit 10 Millionen Euro

Fehlende Gegenfinanzierung verstärkt Kostendruck

Der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst (3,5% ab März 2012, weitere 2,8% in 2013) wird das Klinikum Augsburg in den Jahren 2012 und 2013 rund 10 Millionen Euro kosten. Das meldete das Klinikum gestern.



Darin eingeschlossen sind die Steigerungen für Ärzte sowie alle anderen Angestellten. Insgesamt hat das Klinikum 5.300 Mitarbeiter. “Die Gegenfinanzierung durch die Kostenträger ist jedoch nicht gegeben”, so Landrat und Klinikum-Verwaltungsratsvorsitzender Martin Sailer und Klinikum-Vorstand Alexander Schmidtke. Deshalb müsse das Großkrankenhaus durch die zunehmend schwierigeren Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens weitere Konsolidierungsmaßnahmen ergreifen, um seinen Modernisierungskurs mit dem “Masterplan für die Medizin der Zukunft” nicht zu gefährden.

“Kliniken müssen unterstützt werden”

Die Laufzeit von 24 Monaten und die stufenweise Erhöhung des Tarifs für das nicht-ärztliche Personal sei jedoch insgesamt ein tragfähiger Kompromiss, so Schmidtke. Gerade im Hinblick auf die Patientenversorgung sei es wichtig gewesen, einen dauerhaften Streik zu vermeiden. Insbesondere die Gesundheitspolitik müsse jedoch auf den Tarifabschluss reagieren: “Die Krankenhäuser haben in den vergangenen Jahren schon zahlreiche Anstrengungen zur Konsolidierung geleistet. Der Spielraum zu Sparen ohne Qualitätseinbußen verengt sich. Die Kliniken müssen daher unterstützt werden, um auch in Zukunft Spitzenmedizin für alle gewährleisten zu können.” Zusätzlich zur Tariferhöhung muss das Klinikum auch ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts verkraften, das jungen Mitarbeitern mehr Urlaub zugesprochen hat. “Dies kostet das Klinikum weitere rund 1,1 Millionen, da zusätzliche Mitarbeiter zum Ausgleich eingestellt werden müssen”, so der Klinikum-Vorstand.