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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Süchtigen-Treff: Stadt macht Branderstraße fix

Nachdem der Betreute Treff Oberhausen/Dinglerstraße an der CSU-Fraktion gescheitert war, zieht das Projekt nun in die Branderstraße 60 – trotz Bedenken der Anwohner.

Oberhauser Bahnhof - Im Vordergrund die ehem. Apotheke, wo der neue Süchtigen-Treff verortet werden soll

Oberhauser Bahnhof - Im Vordergrund die ehem. Apotheke, wo der Süchtigen-Treff verortet wird


Die Stadt Augsburg unterzeichnet in wenigen Tagen den Mietvertrag, der ab 1. Februar 2018 zunächst über einen Zeitraum von zwei Jahren läuft. Nach einigen kleineren Umbaumaßnahmen in den Räumen einer ehemaligen Apotheke wird das Projekt zeitnah umgesetzt. Zusätzlich wurde ein Maßnahmenpaket geschnürt, das die Gesamtsituation auf dem Helmut-Haller-Platz deutlich verbessern soll. Die Anwohner wurden bereits im Januar über alle Vorhaben informiert. Bereits im Dezember hatte der Stadtrat der Verwaltung grünes Licht für das weitere Vorgehen gegeben. „Das Projekt geht damit nun in den Vollzug“, so Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl nach einem Bericht in der gestrigen Stadtratssitzung. Im Städtischen Haushalt für 2018 ist der Betreute Treff Oberhausen mit 200.000 Euro veranschlagt.
„Der Standort wurde von der Verwaltung technisch sowie von der Drogenhilfe Schwaben und dem Katholischen Verband für Soziale Dienste e.V. (SKM) Augsburg fachlich geprüft und für geeignet befunden. Auch die Bedenken der Anwohner konnten zum großen Teil ausgeräumt werden, vor allem in der sehr sachlichen Diskussion beim gut besuchten Informationsabend am 19. Januar“, so Ordnungsreferent Dirk Wurm in einer städtischen Pressemitteilung.

Eine Reihe von Maßnahmen sollen auf „eine gute Nachbarschaft im Umfeld des Betreuten Treffs“ hinarbeiten. So wird neben der Polizei auch der städtische Ordnungsdienst mit einer vierköpfigen Einheit auf dem Helmut-Haller-Platz präsent sein. Straßensozialarbeiter vermitteln und es sind Runde Tische mit der Nachbarschaft geplant. Dazu wird es eine „Betreuter Treff Oberhausen“-Hotline geben, an die sich Bürgerinnen und Bürger mit Anregungen, Wünschen und Beschwerden richten können. „Der Betreute Treff in der Branderstraße ist zunächst als zweijähriges Pilotprojekt angelegt. Es geht uns um eine grundsätzliche Verbesserung auf dem Platz und in seinem Umfeld – nicht um eine Verschlechterung“, so Ordnungsreferent Dirk Wurm weiter. Da es sich um ein quartiersbezogenes Angebot handle, sei keine Sogwirkung auf Süchtige aus anderen Stadtteilen zu erwarten.

Neben dem Betreuten Treff sind weitere Verbesserungsmaßnahmen am Bahnhofsvorplatz Oberhausen geplant. Das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn die Böschung zum Bahndamm auslichten. Im Bereich des ehemaligen Spielplatzes und auf den angrenzenden Grün- und Rasenflächen werden regelmäßige Pflegemaßnahmen durchgeführt. Der ehemalige Spielplatz selbst wird neu aufgekiest, die Einbauten in der Fläche werden entfernt, die Sitzbänke werden erneuert. Auf dem Vorplatz selbst werden die alten Pflanztröge durch neue Hochbeete ersetzt. „Außerdem kümmert sich der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb verstärkt um die Sauberhaltung des Platzes – damit werden wir die Aufenthaltsqualität auf dem Platz weiter erhöhen“, so Umweltreferent Reiner Erben.


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