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Mittwoch, 21.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Stürzt der FCA Gladbach in eine verschärfte Krise?

Am heutigen Mittwoch trifft der FCA in der 6. Runde der Fußballbundesliga auf Mönchengladbach. ´Gladbach befindet sich in einer schweren Krise, weshalb der FCA Favorit ist.

Borussia Mönchengladbach war die beste Mannschaft der Rückrunde der vergangenen Saison. Mit schnörkellosem Tempo- und Konterfußball stürmte das Team von Trainer Lucien Favre auf den dritten Platz der Endtabelle und konnte sich direkt für die Champions League qualifizieren, was den Fohlen seit einer kleinen Ewigkeit nicht mehr gelang. Mit Christopher Kramer, der von Leverkusen ausgeliehen war und Max Kruse, den die Gladbacher nach Wolfsburg ziehen lassen mussten, hatten die Gladbacher wohl den größten Substanzverlust der Spitzenteams zu erdulden.

Die beiden Spieler fehlen den Gladbachern auf brutale Weise. Zwei geschossenen Toren in der Liga stehen zwölf Gegentore entgegen. Einen schlechteren Start gab es in der Bundesliga selten. Verlöre heute Abend (20 Uhr) die Borussia gegen den FCA würden sie den Start-Negativrekord von Fortuna Düsseldorf einstellen, deren Team in der Saison 1991/92 die ersten sechs Spiele in Folge verloren und am Ende abgeschlagen auf dem 20. Platz landeten. In dieser Saison spielte die Bundesliga das einzige Mal mit 20 Mannschaften, um der deutschen Wiedervereinigung und der damit verbundenen Auflösung der DDR-Oberliga Rechnung zu tragen.

Am vergangenen Samstag warf Gladbachs Trainer hin, obwohl das Management auf seinen Vertrag pochte. Favre verzichtete mit dieser einsamen Entscheidung auf 3 Millionen Euro. Interimstrainer ist der bisherige U-23-Trainer Andre Schubert. Borussen-Manager Max Eberl ließ verlauten, dass er auf Trainersuche sei, ohne dabei an Jürgen Klopp gedacht zu haben.

Tim Matavz: Gegen Bilbao und Hannover mit ansteigender Form

Tim Matavz: Gegen Bilbao und Hannover mit ansteigender Form. Foto: sport-in-augsburg.de


Mit dem FC Augsburg erwartet die krisengeschüttelte Borussia nun einen Gegner, gegen den sie in den letzten acht Partien nur einmal gewinnen konnte. (4 Niederlagen, 3 Unentschieden, 1 Sieg). Den Augsburgern kann das alles „wurscht sein“. Sie fahren nach zwei überzeugenden Auftritten mit breiter Brust an den Niederrhein. Dem FCA stehen mit Bobadilla und Baier wieder Stammkräfte zur Verfügung, die zuletzt wegen leichteren Blessuren aussetzen mussten. Entwarnung gab es auch bei Esswein, der gegen Hannover zur Halbzeit wegen Oberschenkelproblemen passen musste. Anlass zu einer optimistischen Sicht gibt aber neben der Statistik und dem aktuellen „Formbarometer“ auch die aufsteigende Form von Tim Matavz, der sich immer besser bewegt und in eine Mannschaft hinein zu wachsen scheint, in der er bisher wie ein Fremdkörper wirkte. Von Matavz hängt ohnehin viel ab. Er ist im aktuellen Augsburger Kader der einzige bundesligataugliche Stoßstürmer. Trifft Matavz, könnte der FCA in der Liga ohne Abstiegssorgen nach oben blinzeln. Matavz steht beim FCA bis 2019 unter Vertrag. Er soll 4 Millionen Ablöse gekostet haben und mit einem gut dotierten Vertrag ausgestattet worden sein. Markus Weinzierl, der durch Favres Rücktritt schlagartig zum dienstältesten aktuellen Bundesliga-Trainer wurde, muss auf Tim Matavz bauen. Bleibt das Toreschießen wie gehabt an Werner, Altintop, Bobadilla oder Esswein hängen, muss man sich in Augsburg wohl wieder mit kleineren Brötchen abfinden.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Wendt, Brouwers, Christensen, Jantschke – Nordtveit, Xhaka – Traoré, Raffael, Herrmann – Drmic.

FC Augsburg: Hitz – Stafylidis, Hong, Klavan, Verhaegh – Baier – Werner, Koo, Altintop, Esswein – Matavz.