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Sonntag, 28.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Streit um Brechtfestival neu entbrannt

Der Streit um die inhaltliche wie personelle Fortsetzung des Brechtfestivals ist neu entbrannt. Seit Montag steht fest, dass der bisherige künstlerische Leiter des Augsburger Brechtfestivals, Dr. Joachim Lang, das Brechtfestival ein weiteres Jahr gestalten soll.



So lautet zumindest der Plan der beiden großen Koalitionäre CSU und SPD. Aus diesem Grund tobte vor dem Pre-Opening am heutigen Freitagabend hinter den Kulissen ein Streit um die Ausrichtung des Brechtfestivals, den die Grünen heute Vormittag via Pressemitteilung öffentlich machten, indem sie sich gegen eine weitere Fortsetzung mit Lang aussprechen: „Nach 7 Jahren Lang langt´s“, so die Grünen, die sich noch nie mit Langs Brechtfestival-Konzepten anfreunden konnten. „Was nach der Brecht-Chronologie noch kommen soll, ist mehr als fraglich. Wir freuen uns daher schon nach dem diesjährigen Festival auf einen Vorschlag des Kulturreferenten, wie und unter welcher Leitung das Festival 2017 ablaufen soll.“

Nach Vorstellung der Grünen, die wohl auch den Vorstellungen des Kulturreferenten Thomas Weitzel entsprechen, soll das Brechtfestival mit einem neuen künstlerischen Leiter und dem neuen Stadttheater-Intendanten Andre Bücker in Kooperation weiterentwickelt werden. Die Pläne von Kulturreferent Weitzel sahen vor, dass Joachim Langs Vertrag, der 2015 auslief, nicht verlängert werden sollte. Damals konnte sich Weitzel gegen die CSU/SPD-Allianz nicht durchsetzen. OB Kurt Gribl musste einen Kompromiss finden und Langs Vertrag wurde um ein Jahr verlängert.

Nach dem diesjährigen Festival sollte ein neuer Festivalleiter mit einem neuen Konzept das Augsburger Brechtfestival fortführen. Deshalb wurden die Pläne, die nach Informationen der DAZ von den Lang zugeneigten Bernd Kränzle (CSU) und Karl-Heinz Schneider (SPD) erdacht wurden und vertreten werden, auch für Insider ziemlich überraschend aus dem Hut gezaubert.