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DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Steigenberger Hotel soll sich von „Drei Mohren“ trennen

Das Hotel „Drei Mohren“ in der Augsburger Maximilianstraße steht erneut wegen seines Namens in der Kritik.

Hotel Drei Mohren Foto: DAZ-Archiv

Die Omnipräsenz der sprachlichen Begrifflichkeit sowie der bildlichen Darstellung im Außen- wie Innenbereich „knüpfe stark an rassistische Darstellungen aus der Zeit der Sklaverei und der Rassentrennung an“, so Claas Henschel, der am Lehrstuhl für Europäische Kulturgeschichte der Universität Augsburg beschäftigt ist, und im Bereich Sklaverei, Kolonialismus und Dekolonialisierung forscht. Die stilisierte Darstellung im Seitenprofil, gekennzeichnet durch übertrieben dicke Lippen, krauses Haar sei wegen ihres historischen Hintergrunds entindividualisierend und herabwürdigend. Die Jugendgruppe Amnesty Augsburg hat aus diesen Gründen eine Petition gestartet.

Augsburg als Friedensstadt müsse sich auch mit der Aufarbeitung des deutschen Kolonialismus, der bis heute die Sprache und Vorstellungswelten präge und sich in Alltagsrassismus niederschlage, befassen. 300 Personen haben die Petition bereits unterschrieben, doch offenbar denkt die Geschäftsleitung nicht über einen Logowechsel nach, da sich die historische Namensgebung nicht auf die Zeit des Kolonialismus beziehe, sondern auf die Legende von drei abessinischen Mönchen, die im Jahr 1495 in Augsburg überwintert haben sollen, wie das Unternehmen in der Stadtzeitung zitiert wird.



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