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Freitag, 06.12.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Städtische Webseiten: Grüne fordern Entfernung von “Google Analytics”

Gegen den Einsatz des Auswertungstools “Google Analytics” auf den städtischen Internetseiten und auf den Webseiten städtischer Gesellschaften wie AVA und WBG setzen sich die Augsburger Grünen ein.

Christian Moravcik und Verena von Mutius

Christian Moravcik und Verena von Mutius - Foto: Kleeblatt-Film


In einem Antrag an den Oberbürgermeister vom 21. November fordern die Grünen, die Verwaltung zu beauftragen, aus Datenschutzgründen das ihrer Ansicht nach rechtswidrige Programm “Google Analytics” auf städtischen Internetseiten nicht mehr einzusetzen. Die Grünen Stadträte Christian Moravcik und Verena von Mutius berufen sich dabei auf den bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz (LfD). Dieser habe die Behörden des Freistaats aufgefordert, künftig auf den Einsatz von “Google Analytics” zu verzichten. Laut LfD stelle der Einsatz des Auswertungstools einen Verstoß gegen das Telemediengesetz dar, solange nicht die ausdrückliche Einwilligung der betroffenen Nutzerinnen und Nutzer vorliegt. Der Google-Dienst erfasse regelmäßig die vollständige IP-Adresse von Portalbesuchern, die damit identifizierbar seien.

Der Nutzer merkt nichts

“Google Analytics” ist ein Programm, mit dem Webseiten-Betreiber das Verhalten ihrer Nutzerinnen und Nutzer detailliert analysieren können. Google bewirbt den kostenlosen Dienst als “die Unternehmenslösung für Webanalysen, mit der Sie wertvolle Erkenntnisse über die Zugriffe auf Ihre Website und die Wirkung Ihrer Marketingstrategien gewinnen”. Allerdings werden dabei die so genannten IP-Adressen, die den Computer identifizieren, vom dem aus ein Zugriff auf die Website geschieht, ohne Einwilligung der Surfer und ohne dass diese von der Interaktion mit Google Analytics überhaupt erfahren, zu Google in die USA übertragen und dort gespeichert.

augsburg.de: Datenkrake im Quellcode

augsburg.de: Datenkrake im Quellcode


Laut Internet-Enzyklopädie Wikipedia ist es umstritten, ob diese Daten von Google intern weiterverarbeitet werden oder nicht. Bei Websurfern, die ein Konto bei Google besitzen, wäre Google technisch in der Lage, die gesammelten Datenspuren mit einem Nutzerkonto zu verknüpfen und genau nachzuvollziehen, wer sich wann auf welcher Webseite aufgehalten hat. Christian Moravcik: “So werden Profile von Usern erstellt, die sich nichtsahnend auf Seiten wie der städtischen informiert haben. Das darf nicht sein.”

» Wikipedia: Google Analytics