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Mittwoch, 05.08.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Stadttheater: der Container kriegt die Kurve

Finanzierung gesichert, Stadtrat soll heute zustimmen

Es läuft derzeit nicht unbedingt alles rund im Kulturreferat – umso wichtiger sind jetzt Erfolge. Ein großer Schritt nach vorne wäre da eine schlüssige Finanzierung des „Containers“ hinter dem Großen Haus des Augsburger Stadttheaters – und voilà: Endlich scheint alles in trockenen Tüchern.

Als „müde, aber froh“ beschrieb sich am gestrigen Mittwochabend Peter Grab. Der Anlass zur Freude: Am heutigen Donnerstag will der Kulturreferent dem Stadtrat eine Beschluss- und eine Dringlichkeitsvorlage vorlegen. „Viele, viele Gespräche“, so Grab, aber auch „die Anstrengungen vieler Beteiligter“ – namentlich erwähnt er OB Kurt Gribl – hätten eine Lösung möglich gemacht: „Wir können jetzt eine Deckungsfinanzierung und einen angepassten Wirtschaftsplan vorlegen.“ Haushaltsrechtliche Probleme hatten die Regierung von Schwaben veranlasst, Änderungen im Etat des Stadttheaters zu verlangen (DAZ berichtete). Erforderlich ist auch eine Änderung der Satzung des Theaters – ebenfalls enthalten in den Anträgen für die heutige Stadtratssitzung. Sie ermöglicht dem Theater eine Kreditaufnahme für die Finanzierung des Containers.

München hat seinen “Container” schon: vor fünf Wochen neben dem Nationaltheater eröffnetes mobiles Opernhaus “MINI Opera Space” aus Holzwerkstoffen und Edelstahl

Zehn Jahre lang soll der als Übergangslösung für die kürzlich aufgegebene Komödie dienen, mit 4,2 Millionen schlägt das Projekt zu Buche. Doch auch wenn der Stadtrat heute alles absegnet, hat die Regierung von Schwaben weiterhin das letzte Wort. Deren Vertreter seien aber, so Grab, an der jetzigen Lösung beteiligt gewesen. Es habe intensive Gespräche gegeben, in die auch OB Kurt Gribl maßgeblich involviert gewesen sei. „Wir gehen davon aus, dass es so klappt und auch die Regierung von Schwaben nun zustimmen wird.“ Wenn auch das hinhaut und Ende August die Ausschreibungsergebnisse vorliegen, könnte der Stadtrat in seiner Sitzung am 30. September einen Projektbeschluss folgen lassen – dann wäre das verwaltungstechnische Procedere abgeschlossen. Wie lange sich allerdings die dann folgende Bauzeit hinziehen wird, lässt sich laut Steffen Rohr, kaufmännischer Direktor des Theaters, im derzeitigen Stadium noch nicht einschätzen. Nach Projektbeschluss und Auftragsvergabe bestünden noch zwei Wochen Einspruchsfrist, gibt er zu bedenken, und ab Ende Oktober müsse man schon mit dem ersten Frost rechnen. Die ursprünglich für Januar geplante Eröffnung des Containers sei mittlerweile nicht mehr zu erreichen, derzeit sei ja noch nicht einmal geklärt, aus welchem Material die Interimsspielstätte bestehen werde. „Das wird noch spannend“, meint Rohr, „aber das ist dann auch egal – Hauptsache, der Container wird gebaut.“