KMA
Maximilian I.
DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Freitag, 19.07.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Stadtratswahl 2014: Die CSU gewinnt

Nachdem 242 von 257 Stimmbezirken ausgezählt sind, zeichnet sich ein deutlicher Wahlsieg für die CSU ab. Aktuell liegt die CSU bei 26 Sitzen, während die SPD sich mit 14 Sitzen in eine historische Niederlage fügen muss.

Stadtratswahl Augsburg 2014 – Trendwahl

Nur unveränderte und kumulierte Stimmzettel – Stand 20:35 Uhr
44,2

23,1

2,5

10,4

3,5

3,2

6,4

2,8

1,1

1,3

1,6

CSU SPD FW GRÜ PrA LIN AfD CSM FDP ÖDP PWG
2008 40,1 30,1 1,7 10,3 9,4 3,5 2,7 1,5
+ / – +4,1 -7,0 +0,8 +0,1 -5,9 -0,3 +6,4 +2,8 -1,6 -0,2 +1,6
Sitze 26 14 1 6 2 2 4 2 1 1 1
2008 25 19 1 6 6 2 1

Der einzige große Gewinner neben der CSU ist die AfD, die bei ihrer ersten Bewerbung um den Einzug in den Augsburger Stadtrat ein respektables Ergebnis erzielen konnte und mit 4 Sitzen Fraktionsstärke erreicht. Die Verlierer stehen mit Pro Augsburg und der CSM bereits fest. Die Grünen konnten mit 6 Sitzen ihr Ergebnis der letzten Wahl bestätigen.

Ausgezählt wurden nur unveränderte und kumulierte Stimmzettel. Erfahrungsgemäß legen die Kleinen bei der differenzierten Auszählung in den nächsten beiden Tagen zu, während die CSU damit rechnen muss, noch etwas zu verlieren.

Die ersten Kommentare im O-Ton:

Thomas Lis, 19.55 Uhr: „Das ist super! Unser Ergebnis bei der OB-Wahl kommt für mich völlig unerwartet – ein toller Prestige-Erfolg. Und unser Stadtrats-Ergebnis ist einfach sensationell – das kann ich noch gar nicht recht glauben und es liegt auf jeden Fall deutlich über allem, was ich mir erhofft hatte.“

Bei den Grünen spekuliert man um 20.00 Uhr auf eine weitere Ergebnisverbesserung: Erfahrungsgemäß, heißt es aus Parteikreisen, werde sich das Ergebnis noch deutlich ändern, wenn die panaschierten Stimmen ausgezählt werden – „da könnte für uns noch ein gutes Prozent drin sein und wir würden damit deutlich besser als 2008 liegen.“ Reiner Erben: „Für mich persönlich ist das ein Super-Ergebnis – ich habe mit inhaltlicher Politik Peter Grab übertrumpft und das beste Ergebnis erreicht, das wir Grünen in Augsburg je hatten. Wir werden an Mittwoch in unserer Stadtversammlung überlegen, welche Art von Bündnissen in Frage kommen. Sicher ist dabei aber, dass wir auf keinen Fall mit der AfD koalieren werden.“

Alexander Süßmair (Die Linke) um 20.05 Uhr: „Es wird sich natürlich noch einiges verschieben, ich hoffe, dass es dann doch noch für drei Sitze reicht. Dass der OB nicht mal in die Stichwahl muss, ist eine Überraschung. Die niedrige Wahlbeteiligung ist extrem schlimm – man muss drüber nachdenken, was man in Zukunft verändern muss, wenn die Bürger sich gar nicht mehr für diese Dinge interessieren.“

Freut sich über das Ergebnis: der alte und neue OB Dr. Kurt Gribl

Freut sich über das Ergebnis: der alte und neue OB Dr. Kurt Gribl


Kurt Gribl auf die Frage, ob er damit gerechnet hat, dass er so souverän ohne Stichwahl wiedergewählt wird: „Nein, das kann man nicht vorhersehen. Aber zuversichtlich war ich schon und natürlich habe ich ehrlich gesagt insgeheim darauf gehofft, ohne Stichwahl im Amt bestätigt zu werden.“ Auf die Frage, mit wem er denn nun gerne koalieren und eine Regierung bilden würde, antwortete Gribl, dass dies völlig offen sei. „Man muss abwarten, wie die Erwartungen sind und wo es gemeinsame Schnittmengen gibt. Es gibt noch große Herausforderungen zu meistern, wie die Uniklinik, die Altenhilfe, die Schulsanierungen, die Theatersanierung und vieles mehr.“

O-Ton Bernd Kränzle, alter und neuer Fraktionsvorsitzender der CSU: „Ein großer Erfolg von Kurt Gribl, ein großer Erfolg der CSU, allerdings muss man noch damit rechnen, dass man am Ende des Tages nach Auszählung der panaschierten Stimmzettel noch drei Sitze verliert.“

Uli Bahr, Vorsitzende der Augsburger SPD und Mitglied des Bundestages: „Das Ergebnis ist eine große Enttäuschung. Wir haben natürlich mit einer Stichwahl gerechnet und im Wahlkampf fühlte sich die Stimmung aus unserer Sicht völlig anders an.“

Stefan Kiefer (SPD): „Eine große Niederlage für die SPD. Ein große Niederlage für die Demokratie wegen der niedrigen Wahlbeteiligung. Wir konnten keine Themen besetzen, alle unsere Themen wurden sofort von der CSU mitbesetzt. Das machte es für den Wähler schwer, der aber aus den zurückliegenden sechs Jahren wohl andere Schlüsse gezogen hat als wir. Gesichert lässt sich aus dem Wahlergebnis aber auch ablesen, dass die Regierungskoalition nicht bestätigt wurde.“ Die Frage, ob er aus der verheerenden Wahlniederlege der SPD persönliche Konsequenzen ziehen werde, beantwortete Kiefer mit Nein: „Ich nehme es ritterlich.“ Zur Kenntnis nehmen müsse man aber auch, „dass mein persönliches Ergebnis besser ist als das Ergebnis der Partei.“

Update:

Die Auszählung der unveränderten und kumulierten Stimmzettel aller Stadtbezirke ist beendet. CSU und SPD gaben gegenüber der oben stehenden Hochrechnung zusammen noch 0,3% der Stimmen ab, die den Grünen und der CSM zufielen. An der vorläufigen Sitzverteilung hat sich nichts mehr geändert. Das vorläufige Endergebnis der Trendwahlen mit den Zahlen aller Stadtbezirke ist auf der Internetseite der Stadt Augsburg nachzulesen.



300 Millionen
Buergerbueros
Stadtteilgespraeche
Filmfestkuh