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Montag, 17.01.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Stadtrat bringt „Science-Park“ auf den Weg

Auf dem Gelände westlich und südlich der Universität soll ein Milliardenprojekt entstehen. Gestern wurde im Stadtrat der Masterplan für den „Engineering Campus Augsburg“ vorgestellt.

Die Universität, das Landesamt für Umweltschutz, die Messe, der Siemens Technopark und bedeutende Betriebe wie EADS / Premium Aerotec GmbH oder Fujitsu Siemens sind bereits da. Auch die Verkehrsanbindung durch die B17-Anschlussstellen „Messe-Universität“ und „Göggingen Süd“ und die Straßenbahnlinie 3 ist hervorragend. Nun sollen weitere Hightech-Unternehmen, neue Teile der Universität und weitere Forschungsinstitute angesiedelt werden. Flankiert soll dies alles werden durch ein Gründerzentrum, einen zentralen Dienstleistungsservice, Gastronomie, temporäres Wohnen, ein Messehotel und Sportanlagen.

„Ein Projekt vielleicht für die beiden nächsten Generationen“, so steckte Baureferent Gerd Merkle den zeitlichen Rahmen ab. Um eine geordnete städtebauliche Entwicklung sicherzustellen, hat die Stadt das international renommierte Büro von Prof. Kees Christiaanse, ETH Zürich, mit der Erstellung eines städtebaulichen Rahmenplans beauftragt. Christiaanse stellte seinen Masterplan gestern persönlich vor.

„Eine ganz besondere Stunde im Stadtrat“

Er habe eine kompetente Auftraggebersituation vorgefunden, so Kees Christiaanse, auf eine mehrmonatige fruchtbare Zusammenarbeit zurückblickend. Masterpläne als Vision seien mittlerweile ein wichtigeres Steuerungsinstrument als Bebauungspläne. Damit werde die „Grammatik des Städtebaues“ festgelegt. Die Grammatik kam im Stadtrat fraktionsübergreifend sehr gut an. Der Masterplan ermögliche eine enorme Dynamik, aber auch eine Verwirklichung in Stufen „wie die Lebenswirklichkeit es erfordert“, so OB Kurt Gribl. Architekt und Stadtrat Stefan Quarg (SPD) zollte dem Kollegen aus Zürich „alle Hochachtung“. Es tue Augsburg gut, die Planungsqualität zu verbessern und großzügig zu denken.

Stefan Kiefer (SPD) bescheinigte der Planung Ordnung bei hoher Flexibilität und betonte zur Dimension des Projekts, dies sei „keine Entwicklung, die am 1. Mai 2008 begonnen hat und die am 30. April 2014 enden wird“. Dietmar Michalke (Die Linke) konstatierte dem Masterplan, Wirtschaft und Wissenschaft in vorbildlicher Weise zusammenzubringen. Für Eva Leipprand (Grüne) war die Präsentation eine „ganz besondere Stunde im Stadtrat“. Es sei eben wichtig, auf hohe Planungsqualität zu achten, dies würde Augsburg auch an anderer Stelle gut tun. Dr. Werner Lorbeer (Pro Augsburg) begrüßte das Entstehen moderner Arbeitsplätze und den städtebaulichen Ansatz, die Erdgeschosszonen konsequent für Urbanität freizuhalten. Der Stadtrat beschloss in großer Einstimmigkeit, die Verwaltung mit den nächsten erforderlichen Planungsschritten (Bauleitplanung) auf Grundlage des Masterplans zu beauftragen.

Luftansicht des Engineering Campus Augsburg von Westen