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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Stadtrat beschließt Bewerbung zur Kanuslalom-WM 2022

Die Bewerbung Augsburgs zur Ausrichtung der Kanuslalom-Weltmeisterschaft 2022 wurde gestern im Stadtrat beschlossen

Ist die Bewerbung erfolgreich (es gibt einen Konkurrenten aus Norditalien), soll ein Organisations-Komitee gegründet werden. Anschließend ist ein WM-Büro geplant. Allerdings ist eine Generalsanierung der Olympia-Strecke in Höhe von rund 18.5 Millionen Euro nötig. Dafür sei eine hohe Förderung in Aussicht. Die Durchführung der WM selbst würde die Stadt rund 1,3 Millionen Euro kosten, so Wurm weiter.

Bernd Kränzle (CSU) hofft deshalb, dass die Große Koalition in Berlin zustande kommt: Dann würde Horst Seehofer Innenminister – und mit ihm habe es bereits gedeihliche Gespräche über die Förderung einer Kanu-WM gegeben. – Wilhelm Leichtle (SPD) betont, Augsburg sei „die Kanu-Stadt weltweit schlechthin“, die Augsburger Kanuten seien „die Medaillen-Sammler Deutschlands“ bei Olympischen Sommerspielen. Während es beim FCA heiße „In Europa kennt uns keine Sau“, heiße es bei den Kanuten schon lange „Weltweit kennt uns jede Sau“.

Peter Grab (WSA) tritt ans Rednerpult. Seine Aufgabe sei es, nicht nur zu loben, sondern die Auswirkungen einer Beschlussvorlage zu prüfen. Es gehe ihm um die 1,3 Millionen Euro Zuschuss zur Durchführung der WM. Die Bedeutung einer Kanu-WM für Augsburg sei ihm bewusst. Ihm sei aber unklar, wie es zu den 1,3 Millionen Euro komme. Ihm fehle die Balance mit den Zuschüssen der Augsburger Sportvereine. Er appelliert, keine Ungerechtigkeit in den Köpfen der Sportvereins-Vorsitzenden entstehen zu lassen. Die Erhöhung des Pro-Kopf-Jugendzuschusses habe in den letzten 10 Jahren lediglich 4 Euro betragen. Er schlägt vor, heute oder bei nächster Gelegenheit eine Erhöhung der Vereinszuschüsse um insgesamt 200.000 Euro zu beschließen.

Cemal Bozoglu  (Grüne) will wissen, ob heute auch über die Sanierung entschieden werde, da die Höhe der staatlichen Förderung noch nicht feststehe. Er würde lieber später darüber entscheiden, wenn klar sei, welche Kosten auf die Stadt selbst zukämen. Wurm erklärt, eine Generalsanierung sei unabhängig von der WM nötig. Es werde aber zu einem späteren Zeitpunkt eine gesonderte Abstimmung über die Sanierung geben.

Die 1,3 Millionen Euro, so Wurm weiter, seien veranschlagt für die Durchführung der WM sowie für eventuelle temporäre Einbauten – etwa eine zusätzliche Tribüne. Die Förderquote sei noch nicht bekannt, weil die derzeitige geschäftsführende Bundesregierung über keinen Haushalt verfüge. Die Quote bewege sich in der Regel zwischen 35 und 45 Prozent.

Christian Moravcik (Bündnis 90/Die Grünen) sieht es kritisch, bereits heute über die 18,5 Millionen Euro für die Sanierung der Anlage zu beschließen, ohne zu wissen, ob tatsächlich Fördergelder fließen. Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) hält dagegen, dass er im Rahmen der GroKo-Verhandlungen von verschiedenen Seiten aus der Bundespolitik Unterstützung signalisiert bekommen habe. – Wirtschafts- und Finanzreferentin Eva Weber (CSU) ergänzt, dass derzeit auf Arbeitsebene Gespräche über Fördermöglichkeiten laufen. Es erfolge jetzt nur der Fachbeschluss. Die Haushaltsbeschlüsse würden erst später folgen. – Gegen drei Stimmen der Grünen beschließt der Stadtrat die Bewerbung um die Ausrichtung der Kanuslalom-WM 2022. (Quelle: Stadt Augsburg) Fotos (c) DAZ





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