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Samstag, 24.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Stadtjugendring: Jugend darf nicht pauschal vorverurteilt werden

In der gestrigen Vollversammlung des Stadtjugendrings sprachen sich die Delegierten der Jugendverbände einstimmig für den von der Vorstandschaft eingebrachten Initiativantrag aus. Der Antrag wendet sich vor allem dagegen, dass Jugendliche in der Öffentlichkeit undifferenziert als potentielle Gewalttäter dargestellt werden.

Die jüngste Berichterstattung in den Medien zur Thematik Jugendgewalt spiegele bei weitem nicht die Realität in Augsburg wider. Jugendgewalt habe in den letzten Jahren nicht zugenommen, sondern sei sogar leicht rückläufig. Die Gewaltdelikte, die geschehen, seien allerdings immer brutaler, heißt es im Initiativantrag. Keine Lösung des Problems auf das Problem Jugendgewalt sei jedoch der Ruf nach härteren Strafen und die Forderung nach einer Verschärfung des Jugendstrafrechtes für jugendliche Gewalttäter. Stattdessen müsse verstärkt ein Augenmerk auf Prävention gelegt werden. Der Stadtjugendring Augsburg forderte deshalb Ursachenforschung zur Gewaltbereitschaft, die Entwicklung von Konfliktbewältigungsstrategien mit Jugendlichen und die stärkere Unterstützung präventiver Maßnahmen. Jugendarbeit verstehe sich als Vermittlungsinstanz von Werten wie Toleranz, Solidarität und Wertschätzung des jeweils Anderen.

Zahlreiche Projekte praktischer Gewaltprävention

In der Antragsbegründung wurde auf zahlreiche Projekte wie Box- und Judoangebote, das gemeinsame Projekt der Malteser Jugend und der DEL “Fit in Fair Play” und das Projekt “Keine Gewalt im Jugendbereich” des Bayerischen Fußballverbandes verwiesen. Als weitere Beispiele für praktische Gewaltprävention in der Jugendarbeit wurden die Projekte “Soziale Gruppenarbeit” in und mit Schulklassen (K15 und Georgsschule) und “Abenteuer Lernen” (Jugendhaus H2O an der Martinschule) genannt.

Jugendarbeit müsse trotz leerer Kassen weiterhin unterstützt werden, forderte Roberto Armellini, der stellvertretende Vorsitzende des Stadtjugendrings, gestern in einer Pressemitteilung. Diese Unterstützung stelle “eine Investition in die Zukunft dar, die nicht durch kurzfristiges Denken gefährdet werden darf.”