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Mittwoch, 11.12.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

SPD: Umzug von Büchern der Staatsbibliothek ist keine Lösung

Die Augsburger SPD bezeichnet die Verlagerung von 50.000 Bänden der Augsburger Staats – und Stadtbibliothek nach München (die DAZ berichtete) als „naiv und undurchdacht“.

Mit dieser Maßnahme sei Augsburg nicht geholfen, da diese „Scheinlösung“ ein großes Manko habe. „Viele dieser Bücher werden nie wieder nach Augsburg zurückfinden“, so der kulturpolitische Sprecher der SPD, Frank Mardaus, der seine Befürchtung damit begründet, dass sich viele Bücher im Besitz des Freistaates befinden und somit seitens der Stadt kein Eigentumsanspruch geltend gemacht werden könne. Darüber hinaus sei nicht zu erkennen, dass Kulturreferent Peter Grab „sich über die langfristigen Aufgaben für die Augsburger Kultur und Geschichte im Klaren ist und dafür einsetzt“.

„Eine Lösung ist nicht in Sicht“

Die SPD bezweifelt in ihrer Pressemitteilung vom vergangenen Freitag nicht „die Notwendigkeit, die Bücher andernorts aufzubewahren, bis die statische Sicherheit gewährleistet ist und der Umbau der Bibliothek abgeschlossen ist“, kritisiert aber, dass dies außerhalb Augsburgs geschehe. “Während in der neuen Stadtbücherei derzeit kaum mehr DVDs und wenig Bücher ausleihbar sind, platzt die Staats- und Stadtbibliothek aus allen Nähten.“ Es sei versäumt worden, so Frank Mardaus, eine verbesserte Zusammenarbeit beider Bibliotheken zu forcieren wie etwa in Berlin, wo es eine Fusion zwischen den beiden Bibliotheksgattungen gegeben habe. Für Mardaus werde mit der Zusage des bayerischen Wissenschaftsministers Wolfgang Heubisch, 50.000 Bände der Staats- und Stadtbibliothek nach München zu nehmen, der Stadt Augsburg auch deshalb nicht geholfen, da dadurch die Raum- und Erhaltungsprobleme nicht gelöst werden. Die Pflichtaufgabe der Staatsbibliothek alle Neuerscheinungen des Bezirks zu archivieren sei gewicht- und volumenmäßig eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Wie die Bibliothek in Zukunft dieser Aufgabe nachkommen solle, bleibt für Mardaus unklar. „Eine Lösung ist nicht in Sicht.“