Wendejahre
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Dienstag, 21.05.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Lokalpolitik

SPD-Fraktion: Margarete Heinrich steht vor Rücktritt

Die Fraktionsvorsitzende der 14-köpfigen Stadtratsfraktion der Augsburger SPD, Margarete Heinrich, wird ihren Fraktionsvorsitz räumen – für Florian Freund, der aktuell Vizevorsitzender der SPD-Fraktion ist. Davon soll am kommenden Dienstag die Stadtratsfraktion der Augsburger SPD informiert werden.

Margarete Heinrich © DAZ

Wie die DAZ aus dem Umfeld von Margarete Heinrich erfuhr, soll Heinrichs Rückzug ein persönlicher Schritt der 53-jährigen sein. Viel mehr war für die DAZ am gestrigen Abend nicht in Erfahrung zu bringen. Sowohl Margarete Heinrich als auch Florian Freund waren telefonisch nicht zu erreichen.

Aus informierten Kreisen der politischen Stadt hieß es allerdings, dass Heinrich auf Druck weichen müsse, da sich die Augsburger SPD nun für den Kommunalwahlkampf 2020 aufstellen müsse, der mit Heinrich schwer darstellbar sei, da die aktuelle Fraktionsvorsitzende zu wenig Führungsqualität habe und die SPD-Fraktionsvorsitzende zu sehr auf Kuschelkurs mit CSU-Oberbürgermeister Kurt Gribl gesetzt habe. In der SPD gestalten und organisieren der Fraktionsgeschäftsführer (Michael Egger) zusammen mit dem Fraktionsvorsitzenden und dem OB-Kandidaten den Wahlkampf. Eine Mehrheit für Heinrich würde es in einer geheimen Wahl zum Fraktionsvorstand wohl nicht mehr geben. Aktuell sei alles möglich. Wie es hieß, könne Heinrich im Fraktionsvorstand bleiben, möglich sei aber auch ein kompletter Rückzug samt Parteiaustritt Heinrichs, der bereits im Raum gestanden haben soll.

Margarete Heinrich kandidierte in der vergangenen Landtagswahl auf SPD-Listenplatz 6 für den Landtag, verfehlte den Einzug und zeigte sich noch einen Monat später in einem Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen schwer getroffen.

Obwohl Margarete Heinrich in Haunstetten wohnt, dort bekannt ist und sich dort politisch seit vielen Jahren engagiert, hat sie bei den vier Stimmbezirken Haunstetten-Nord, -West, -Ost und -Süd in der Landtagswahl nur zwischen 10,4 und 11,5 Prozent der Erststimmen erhalten. „Das machte mich sehr betroffen. Gerade dort habe ich viel bewirkt. Ich hätte mir mehr Stimmen gewünscht“, wird sie von der Augsburger Allgemeinen zitiert. Es sei enttäuschend, dass sich das, „was ich den Menschen vor Ort gegeben habe, nicht im Ergebnis widergespiegelt hat.“

Während in München bei den Grünen und bei der CSU die Herausforderer von OB Reiter (SPD) feststehen, herrscht in Augsburg diesbezüglich „Bündnisstarre“. Weder die SPD noch die Grünen haben 15 Monate vor der Kommunalwahl einen OB-Kandidaten vorzuweisen. Bei den Grünen hat sich nach Informationen der DAZ immerhin Martina Wild intern „nicht abgeneigt“ geäußert. Innerhalb der Augsburger SPD gibt es aktuell keinen lokalen Politiker, der sich so kurz nach der desaströsen Landtagswahl als OB-Kandidat in Position bringen will.



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