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Mittwoch, 01.07.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

SPD/DIE LINKE – die soziale fraktion: Absetzung Kulturausschuss ist für die Kultur ein Schlag ins Gesicht

Über das Ratsinformationssystem der Stadt Augsburg wurden die Öffentlichkeit und die Fraktionen des Stadtrates informiert, dass der für den 15. Juni 2020 angesetzte Kulturausschuss des Augsburger Stadtrats mangels Themen abgesetzt wurde.

Lang ist es her: Kulturausschusssitzung! © DAZ

Christine Wilholm, Stadträtin und kulturpolitische Sprecherin der SPD/DIE LINKE-die soziale fraktion, sieht darin ein unbegreifliches Versäumnis: “Gerade jetzt, wo unsere Kulturschaffenden von Staatstheater, über Kurhaus, dem Abraxas, der Kresslesmühle bis hin zur freien Szene und zur Clubkultur am Stock gehen, stellt sich die Frage, wie es im nächsten halben Jahr weitergeht? Gerade in Zeiten von Corona braucht es Konzepte, wie wir kulturelle Teilhabe für die Bürger dennoch ermöglichen können. Es kann doch nicht sein, dass sich der zuständige Ausschuss nicht damit befasst”, so Wilholm. Es dürfte auch der neuen Stadtregierung klar sein, dass gerade freischaffende Künstler, die freie Szene, die Clubszene, die Theaterszene wirtschaftliche Nöte hätten, weshalb man darüber sprechen müsste, wie es in Augsburg mit der Kultur weitergehe.

Das sieht Wilholms SPD-Fraktionskollegin Sieglinde Wisniewski nicht anders: “Die Absetzung des Kulturausschusses ist unbegreiflich und macht einen sprachlos. Es gibt doch genügend Themen und alle Kulturschaffenden der Stadt Augsburg warten gerade in der jetzigen Zeit der Corona-Krise händeringend auf Aussagen und Entscheidungen der Stadt. Es ist unverantwortlich die komplette Kulturszene im Regen stehen zu lassen. Wir können auch nicht hinwarten, bis die Stelle des Kulturreferent besetzt ist. Das kann unter Umständen noch eine längere Zeit in Anspruch nehmen. Zeit, die die Stadt Augsburg und vor allem die Kulturszene in Augsburg nicht haben. Die Betroffenen haben einen Anspruch auf Informationen, wie es mit Ihnen weitergeht.”