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Dienstag, 07.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Söder, CSU, Opernball

Der große Retter von fast ganz oben, der Superman mit mehr als 200 Augsburger Millionen Euro  im Gepäck: Am Samstag hielt Finanzminister Markus Söder in Augsburg zwei Mal Hof.

Der Neujahrsempfang der CSU und der Opernball liegen inhaltlich nicht weit auseinander. Im Rausch der Selbstreferenz: Markus Söder und Kurt Gribl im Schulterschluss mit der lokalen Presse

Der Neujahrsempfang der CSU und der Opernball liegen inhaltlich nicht weit auseinander. Im Rausch der Selbstreferenz: Markus Söder und Kurt Gribl im Schulterschluss mit der lokalen Presse


Am Nachmittag beim Neujahrsempfang der CSU, wo Söder eine kurzweilige Festrede hielt und klar stellte, wann bei einem Finanzminister in Sachen Flüchtlingswelle die Obergrenze der Hilfsbereitschaft erreicht ist, nämlich dann, wenn man die Steuern erhöhen müsste, um die Kosten zu bewältigen. Wenig später, auf dem Augsburger Opernball, wurde Stargast Söder geziemend fotografiert, gefilmt und interviewt. Die Intendantin freute sich, der OB freute sich, der Kulturreferent freute sich, das Publikum freute sich. Oder täuschten manche das nur vor? Kam der Landesvater in spe gern zum Opernball oder war’s ein Pflichttermin auf dem Weg nach ganz oben? Freute sich Juliane Votteler, deren Leute nach den Vorstellungen für Flüchtlinge sammelten, wirklich  über den Besuch von Minister „Wir-schaffen’s-nicht- Söder“ – oder doch nur über die angekündigten Überweisungen? Oder ist ihr das alles mittlerweile eh wurscht?

Wohl eher nicht, denn der vergangene Opernball wurde von der Intendanz zu einem Manifest für die Theatersanierung verwendet – ohne dabei näher darauf einzugehen, welche Sanierung man denn gerne hätte. Ist doch alles Theater, könnte man sagen, da aber alles schon in trockenen Tüchern scheint, mangelt es halt ein wenig an Dramatik. Zumal nur wenige Sanierungskritiker da waren, um sich vom Rausch der Selbstreferenz begeistern zu lassen. (heza) Foto: Siegfried Zagler.